Class B Band – das sind DJ Bea Tricks vom ibizenkischen House-Duo Dollz At Play und der spanische Beatboxer G. Mit dem Album <i>Movie T</i> stellen sie ihr gemeinsames Debüt auf Wagon Repair vor und werden damit für höchst geteilte Meinungen sorgen. Wer jedoch auf Achtziger-beeinflusste Power-House-Hymnen mit trashig-morbpopem Gruseltouch à la Detroit Grand Pubahs steht, der ist hier genau richtig. Alle anderen werden ziemlich schnell abgeschreckt sein vom eigenwilligen, dennoch ziemlich massenkompatiblen Sound dieses Albums, dessen Stücke größtenteils einem sehr linearen Aufbau folgen. Ausgehend von einem reduzierten, extrem synthetisch klingenden Drumloop steigern sie sich bis hin zu einem Break, das effekthascherisch in ein noch kraftvoller pumpendes Stück mündet. „Cats Nightmare“ steht beispielhaft für dieses Rezept, das Class B Band ihren Produktionen zu Grunde legen: Zur gewarpten Bassline kommen diesmal noch dezente Gitarrenklänge dazu, die sich mit abgehackten Jacko-mäßigen Keuchlauten aus Gs Kehle vermischen. Dann folgt zwangsläufig das Break. Frenetischer Trommelwirbel, Jubel von der imaginären Tanzfläche und – rumms! – bricht das Stück mit doppelter Kraft nochmals los. Komischerweise zählt <i>Movie T</i> ganze fünf Intros. Was oder wen diese kurzen Skits einleiten sollen, bleibt aber auch nach dem Durchhören aller 15 Stücke schleierhaft. Ebenfalls seltsam ist die Herangehensweise an die Stimm-Samples, die wie auf dem Skit „Radiochanga“ wie ein leierndes Tonband mal hochgepitcht, im nächsten Moment abgrundtief vor sich hin nölen. Schön ist das nicht, genügt wahrscheinlich aber dem Tool-artigen Anspruch von Class B Band.

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