Das Boot von Fat Freddy’s Drop hat einige Jahre gebraucht um wieder im Hafen von Wellington/Neuseeland zu landen. Lange vier Jahre zwischen Tour, neuen Freundschaften auf der ganzen Welt und Studio. Schon das Debüt schlug dementsprechend Wellen, achtfach Platin allein in Neuseeland. Ein völlig unerwarteter Erfolg, den Joe Dukie und Besatzung allerdings gut verdaut zu haben scheinen. Ein eigenes Label ist entstanden, neun neue Songs haben sie auf das Trockendock gerettet. Inspiriert von solch unterschiedlichen Erfahrungen wie Dessouskaufen in Paris, portugiesische Top 40 im Radio, Berlin-Bashment, Schlafsofas, unglaublichen Plattensammlungen oder dem Soul von Alice Russell, die Joe Dukies grandiose Stimme auf „The Camel“ begleitet. Die neuen Songs wälzen wie ein großer Schaufeldampfer durch siebzig Minuten schwarzen Urbanblues und tiefste Reggae-Gewässer, dass es einige Zeit braucht, um Dr. Boondigga gänzlich aufzusaugen. Befindet man sich auf „The Camel“ noch beim wilden Wüstenblues, wird man zu „The Nod“ nach New Orleans entführt, um bei „Wild Wind“ in irgendeiner Dub-Disko Londons aufzutauchen. Dieses Album repräsentiert Fat Freddy auf Reisen, und der Zuhörer wird zum Entdecker seiner eigenen Hörgewohnheiten, die ebenso ausfransen wie die sessionsartigen Exkursionen des Drop. Diese neun Songs stehen wie ein wundersames Monument im Raum, erobern muss sie jeder selbst für sich.

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