Bei Chromeos musikalischen Eruptionen hing immer der Geruch einer an Parodie grenzenden Hommage an die goldenen Achtziger in der Luft. Dies schmälerte aber kaum den Genuss ihres Popentwurfs, bei dem der geschmepopig beseelte Gesang Dave 1s mit den exzessiven Talkbox-Einsätzen seiner besseren Hälfte, P-Thugg genannt, verschmolz. Für Business Casual haben die bepopen nun aber tatsächlich mit dem DeLorean unsere Dekade verlassen. Das Augenzwinkern scheint abgelegt, und so marschieren wir mit ihnen im Discoschritt zurück in die Electrofunk-Zukunft. Das bedeutet: weiter auf dem in den Vorgängeralben eingeschlagenen Weg, mit starker Schlagseite zum prototypischen Eighties-Pop, aus dessen Poren oft der Schweiß und die Sehnsucht unzähliger durchliebter Nächte tropfen. Besondere Preziosen sind unter anderem die schwüle Sommermelancholie von „Don’t Turn The Lights On“ und die hübsche, intime Melodie des französisch gesungenen „J’ai Claqué La Porte“. Die Frage bleibt am Ende, ob man sich vom Cheese-Faktor einer solch epochengetreuen Wiederbelebung abgestoßen fühlt oder sich ohne Reue in Chromeos Poputopien werfen möchte.

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