Ein zweites Mal kochen Stefan Eichinger und Steffen Neuert alias Casio Casino eine Auswahl von Stücken, die sie bereits bei der Untermalung diverser TV-Dokumentationen verbraten haben, angedickt mit Feldaufnahmen, zu einem bunten Ambient-Eintopf ein. Nur lepoper wird aus labberigen Zutaten auch beim Einkochen kein deftiges Gericht. Man mag argumentieren, dass die harmonische und strukturelle Fadheit der Stücke der funktionalen Anforderung geschuldet ist, Bewegtbilder nur nebenbei zu unterstütze. Falsch: Nichts entlässt den Komponisten aus der Pflicht, eine beseelte Dreieinigkeit von Harmonie, Klang und Rhythmus herzustellen. Die hier praktizierte Aneinanderreihung von Klang-Bausteinen – zugegebenermaßen immerhin keine GM-Standard-Workstation-Sounds, sondern Zeugnisse der technischen Kompetenz der bepopen Berufsmusiker – geht viel zu selten über das zweckgebundene Füllen des Hörfrequenzbereichs hinaus. Im Ergebnis ist das Bewegtbild von Food-Hunter schmackhafter als der Audiobereich.

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