Zusammen mit Dan Bells DBX-Releases gehört Robert Hoods Minimal Nation zur ersten Manifestation eines systematisch entwickelten minimalen Technosounds. Minimal Nation ist das rohe Gegenstück zu seinem fast zeitgleich erschienenen, sublimen Album Internal Empire. Während auf Internal Empire bleepige, flirrende, losgelöste Klänge erkundet werden, ist der derbere Sound von Minimal Nation ganz auf den Floor gemünzt. Heute, wo „Minimal“ ein Hasswort ist, lohnt sich die Auseinandersetzung mit dieser 15 Jahre alten Musik besonders. Tatsächlich haben diese Tracks mit aktuellen Minimaltechno-Veröffentlichungen wenig zu tun. Zunächst irritiert das extrem schnelle Tempo, das die Tracks heute mehr oder weniger unspielbar macht. Aktuellen Minimal-Produktionen gegenüber wirken diese Stücke extrem ausgearbeitet und überproduziert. Auf Minimal Nation bedeutet Minimalismus, dass die hackende, hämmernde, ja wütende Bassdrum der 909 auf eine kurze, geloopte Klangfigur trifft. Meist kommen später noch eine zweite und eine dritte dazu. Die Krassheit dieser Musik und gleichzeitige Ferne zum aktuellen Clubsound liegt darin, dass die Elemente einfach nur aufeinanderprallen und gar nicht weiter abgemischt und arrangiert werden. Auf der neu gemasterten Wiederveröffentlichung von Minimal Nation sind zwei unveröffentlichte Stücke aus den Sessions zum Album enthalten. Auf einer zweiten CD mixt Hood Tracks des Albums mit anderen Stücken aus dieser hochproduktiven Phase.