Das Y-Kollektiv widmet sich in einer neuen, halbstündigen Doku-Folge dem Verhältnis von Rechtsextremismus und Hardtekk. Die Reporter:innen des öffentlich-rechtlichen Formats recherchierten dafür undercover auf Partys und Festivals rechte Ideologien in der Szene. Außerdem untersucht „Hardtekk und Hitlergruß – Wie Rechtsextreme eine Techno-Szene unterwandern”, unter welchen Umständen eine Jugendkultur zum Einfallstor für Rechtsextremismus wird.
Henrike Müller-Mahn und Patrick Wagner vom Y-Kollektiv begeben sich zum Beispiel auf das Helene Beach Open Air bei Frankfurt (Oder). Dort treffen sie neben vielen unpolitischen Gästen auf nationalistische Symbolik und offene Hitler-Verehrung, Zudem befassen sie sich mit rechtsextremen Hardtekk-Produktionen auf SoundCloud mit Titeln wie „Abschiebermukke” oder „Hitlertekk”.
In Sachsen-Anhalt besuchen die Reporter:innen wiederum eine Veranstaltung der in der rechten Szene gefeierten Künstler Hunnel und Anormal. Ein schwuler Besucher berichtet von wiederholten Anfeindungen als „linke Zecke”, während andere Gäste betonen, dass es „trotz rechter Ideologien keine Nazis in den Clubs” gebe. Eine andere Raverin berichtet, dass Hardtekk wegen des Rechtsextremismus inzwischen Angst in ihr auslöse.
Auch Musiker kommen zu Wort: Obwohl seine Texte als diskriminierend empfunden wurden, weist TikTok-Artist Schillah den Vorwurf rassistischer Texte zurück. Sein derbes Vokabular hat in seinen Augen mit der Bunkerkultur der 1990er und 2000er zu tun, in der er sozialisiert wurde. Demgegenüber positioniert sich der Künstler Fabitekk klar gegen eine Vereinnahmung der Musik durch die rechte Szene. Ein Frankfurter Club-Betreiber berichtet weiter, dass rechte Gäste des Hauses verwiesen werden.
Die Doku beleuchtet damit nicht nur rechte Symbolik und extremistische Musik. „Hardtekk und Hitlergruß” stellt sich auch der Frage, wie sich eine Szene gegen Vereinnahmung von außen wehren kann.
Hardtekk ist eine Abwandlung von Techno, die um die Jahrtausendwende in Ostdeutschland entstanden ist. Tracks zeichnen sich durch hohes Tempo von bis zu 190 bpm aus. Im Gegensatz zu Techno ist Hardtekk stark von Rhythmuswechseln geprägt. Einer der berühmtesten Tracks der Szene heißt „Seelenficker” und stammt von Klatschkind.







