burger
burger
burger

RE:SET: Deutsch-tunesisches Team startet neues Festival-Format auf Djerba

Im November startet das RE:SET mit seiner ersten Ausgabe. Das Festival findet vom 26.11. bis zum 30.11.2025 auf der tunesischen Insel Djerba statt. 

Das RE:SET will dabei weitaus mehr als nur ein Festival für Tanz und elektronische Musik sein. Es bringt einen Teil der elektronischen Musikszene Europas nach Nordafrika und verbindet sie mit der Kultur und Geschichte Tunesiens. Zu den Programmpunkten gehören unter anderem Workshops und Zeremonien von Tee bis Tantra. Zudem gibt es eine Boot-Party und Austausch zur Geschichte der Insel, die von berberischer, arabischer, jüdischer und afrikanischer Kultur geprägt wurde. 

Die Bootsparty (Foto: Zaineb Ben Said)

RE:SET steht für Reconnect & Recharge, Escape & Explore, Sounds & Spectacles, Energy & Emotions und Togetherness & Transformation. Auf dem Line-up stehen unter anderem DJs wie Sedef Adasï, ALKARLINE und ENNIO

Communitys fördern

Der Kopf hinter dem Festival heißt Jo. Er lebt in Berlin und ist „Strippenzieher”, wie er gegenüber der GROOVE berichtet. Schon lange treibt ihn die Vision an, Menschen und Communitys zusammenzubringen. So organisierte er auch eigene Events, darunter ein kleines Community-Festival südlich von Berlin. Ähnlich wie beim Burning Man Festival ist dort kein Geld im Umlauf. „Es ist ein Geben und Nehmen, von Freunden für Freunde”, erzählt er stolz. Im Falle des RE:SET sollte es jedoch etwas Größeres werden.

Lagerfeuer am Strand (Foto: Zaineb Ben Said)

Auf besagtem Festival lernte Jo seine heutigen Geschäftspartner Khaled und Bechir kennen. Beide haben tunesische Wurzeln und leben schon länger in Deutschland. Zusammen verfolgen sie das Ziel, ein Stück der europäischen Rave-Kultur nach Tunesien zu bringen, die dort zwar floriere, aber oft kommerziell und wenig künstlerisch wertvoll sei. Gleichzeitig wollen sie das Land mit seiner einzigartigen Kultur und Geschichte für Gäste aus Europa zugänglich machen. So will das Festival Verbindungen zwischen Ländern, Kulturen und Menschen schaffen.

Das deutsch-tunesische Joint Venture arbeitet seit einem Jahr an dem Projekt, die konkrete Planung und Produktion läuft seit Februar. Mittlerweile hat das Gründer-Trio ein engagiertes Team aufgebaut, das aus Überzeugung hinter ihrer Vision steht: die Community zusammenzubringen und interkulturelle Begegnungen zu fördern.

Quad Tour durch die Wüste (Foto: Zaineb Ben Said)

Das Festival richtet sich auch an Menschen mit raffiniertem Musikgeschmack, vor allem an Fans von Techno und Deep House. Es spricht kreative, freigeistige Persönlichkeiten zwischen Mitte 20 und vielleicht 50 Jahren an, die den Mut haben, sich aktiv durch Kleidung und Ausdruck ins Gesamtkonzept einzubringen, so Jo. Die Besucher:innen sind idealerweise abenteuerlustig, reisefreudig, sie interessieren sich für fremde Länder und möchten Teil eines künstlerischen Gesamterlebnisses sein. „Wir wollen die Leute ermutigen, sich zu zeigen in ihrer vollen Blüte, in ihren Farben und ihrer Ästhetik”, erklärt er.

Außerdem stellt man sich der Herausforderung, die lokale Community einzubinden, da viele Besucher:innen aus Europa anreisen. So arbeitet man ausschließlich mit lokalen Marken zusammen und fördert lokale Fashion. „Wir wollen nicht nur Gäste auf Djerba sein und die Ressourcen nutzen, sondern auch etwas zurückgeben”, sagt Jo. „Wir sind besonders begeistert, wie wir von den Locals aufgenommen werden. Mittlerweile unterstützen wir lokale Renaturierungsprojekte und geben ihnen Raum auf dem Festival”, ergänzt er. 

Talente ziehen Visionen an

Auch die Nachhaltigkeit des Festivals ist ein Thema: Um die Müllproduktion gering zu halten, erhalten alle Gäste Thermosflaschen und es werden während des gesamten Festivals wiederverwendbare Becher verwendet. Außerdem versucht das Team, eine möglichst nachhaltige Anreise zu ermöglichen. 

„All das haben wir in den letzten Monaten aufgebaut und sind total aufgeregt, wie viele tolle Talente unsere Vision bereits angezogen hat”, erklärt Jo gespannt. 

 Tickets für das RE:SET gibt es hier.

In diesem Text

Weiterlesen

Features

Robert Havemann über das AMT am Alexanderplatz: „Wir finden es nicht so toll, wenn man drei Stunden ansteht und dann nicht reinkommt”

Der Berliner Gastronom will in seinem neuen Club AMT vieles anders machen. Im Interview erklärt er, wie er ohne Schlange auskommen will.

Epstein und Erregungskultur: Warum Schweigen bei Wasserman die einzig ehrliche Antwort ist

Ein paar Heuchler rennen zum Ausgang, der Rest bleibt still. Und das aus gutem Grund. Sie sparen sich die billige Moral der Clubkultur.

Symbiotikka-Macher Christoph Steinweg über seine Arbeit als Fotograf: „Das ist kein Playboy- oder Vogue-Shooting”

Seit neun Jahren veranstaltet er eine der wichtigsten sexpositiven Partys im Berliner KitKatClub, nun ist daraus eine Fotoausstellung entstanden. Wir haben mit ihm über seinen künstlerischen Ansatz, den Vergleich mit anderen Kink-Partys und das Rückgrat von Techno gesprochen.