CTM Berlin: Filmpremiere und Konzert mit Morton Subotnick

Am 3. November 2022 findet im Berliner Kino Babylon die vom CTM Festival veranstaltete Weltpremiere des dokumentarischen Biopics Morton Subotnick – Portrait of an Electronic Music Pioneer statt. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt Subotnick ein Konzert, das eines seiner letzten sein könnte, denn der 89-jährige Musiker erwägt, seine Live-Karriere in absehbarer Zeit zu beenden.

Der 1933 geborene US-Amerikaner Morton Subotnick ist Pionier in der Entwicklung der technischen Grundlagen elektronischer Musik. Als intermedialer Künstler hat er diese auch selbst kreativ ausgeschöpft. Zusammen mit Synthesizer-Entwickler Don Buchla entwickelte er in den sechziger Jahren mit dem Buchla Series 100 noch vor Robert Moogs Klaviatur-Synthesizer die Frühform eines analogen Synthesizers. 1967 erschien mit Silver Apples of the Moon der erste ausschließlich elektronisch produzierte Tonträger der Geschichte. In den 70er-Jahren war Subotnick als Mitarbeiter des jungen California Institute of the Arts mitverantwortlich für die Etablierung neuartiger musikpädagogischer Ansätze, die explizit auf elektronische Technologien ausgerichtet waren. Universitäre Fächer wie Neue Medien oder Interaktive Technologien gehen maßgeblich auf Subotnicks Einfluss zurück.

Morton Subotnick und ein Buchla 200 Synthesizer (Foto: CTM Festival)
Morton Subotnick und ein Buchla 200 Synthesizer (Foto: CTM Festival)

Der Film Portrait of an Electronic Music Pioneer verläuft entlang zweier Erzählstränge: Einmal schaut Regisseur Robert Fantinatto Subotnick ein Jahr lang bei der Vorbereitung und Arbeit an seiner Kammeroper Crowds and Power über die Schulter und sensibilisiert die Zuschauenden auf diesem Weg für den multimedialen Ansatz des Künstlers. Erzählstrang zwei befasst sich mit Subotnicks Geschichte und wichtigen Stationen seines Schaffens.

Dass die multimediale Interaktion, die seit jeher Mittelpunkt von Subotnicks Kunst- und Wissenschaftsverständnis ist, nie ihren zentralen Stellenwert verloren hat, stellt im Anschluss an den Film die Live-Performance „Morton Subotnick & Lillevan – As I Live and Breathe”, die Subotnick mit einem langjährigen Mitarbeiter, dem Videokünstler Lillevan konzipiert hat, unter Beweis. Laut eigener Aussage Subotnicks ist sie die „ultimative Krönung seiner öffentlichen Auftritte” und vielleicht eine seiner letzten Performance-Arbeiten. Im Zentrum steht Subotnicks Atem – mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Zwischen dem Film und der Performance wird dem Publikum übrigens in Form einer Gesprächsrunde die Möglichkeit geboten, mit Morton Subotnick und Robert Fantinatto, die beide anwesend sein werden, ins Gespräch zu kommen.

Film Poster (Foto: CTM Festival)

GROOVE empfiehlt:
Morton Subotnick – Portrait of an Electronic Music Pioneer

Datum: 03. November 2022 
Einlass: ab 18:00 Uhr
Beginn (Film): 19:00 Uhr 
Tickets (Film + Konzert): 28€/14€ ermäßigt 

Hier könnt Ihr auf der Seite des CTM-Festivals Tickets kaufen.

In diesem Text

Weiterlesen

Features

Produzentin Cordula Kablitz-Post über den „KitKatClub – Kinks of Berlin”: „Der Club ist dafür gemacht, dass sich Menschen frei entfalten können”

Am Donnerstag ist „KitKatClub – Kinks of Berlin" von Regisseur Philipp Fussenegger in den deutschen Kinos gestartet. Produziert wurde der beispiellose Dokumentarfilm über eine...

Anahita Sadighi über Soft Power im Haus der Visionäre in Berlin: „Das Festival entsteht ganz bewusst aus einer weiblichen Perspektive”

Die Galeristin erweitert einen 48-Stunden-Dancefloor mit vielen Szenegrößen durch künstlerische, kulturelle und philosophische Praktiken zu einem neuartigen Festivalkonzept, das Feiern als politischen Akt erlebbar macht.

Karl Verboten über den neuen Kink Club ROSA in Berlin-Pankow: „Wir Perversen haben einen eigenen Dresscode, ein eigenes Vokabular und eigene Werte“

Unser Autor hat sich von Saveguarding-Berater Karl Verboten und Night-Manager Dragan durch die Baustelle des Clubs führen lassen.