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DANIELE BALDELLI Cosmic Drag (Endless Flight)

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Als Daniele Baldelli 1969 angefangen hat aufzulegen, war von DJs noch kaum die Rede. Ab 1974 hat er, zunächst als Resident-DJ im legendären Club Baia Degli Angeli bei Rimini, das kommende Jahrzehnt auf Italiens Dancefloors entscheidend mitgeprägt. Mit den regelmäßigen Engagements in der Diskothek Cosmic am Gardasee drückte Baldelli der nach dem Ort benannten Disco-Spielart seinen Stempel auf. Ähnlich wie Northern Soul, Popcorn oder Balearic verdankt Cosmic als Genre seine Erfindung dem radikalen Eklektizismus seiner Protagonisten – eine DJ-Musik, die eben gerade nicht rein ist, sondern erst dadurch entsteht, dass Disparates passend gemacht wird. Mit großem Formwillen hat Baldelli in seinen Sets dieser Zeit den Kanon aus Funk, Disco, Reggae, Fusion, Rock, Brasil und Jazz um klassische Avantgarde-Elektronik und Afrobeat erweitert. Wobei das Gestaltungsprinzip nicht in Beliebigkeit bestand, vielmehr ging es darum, Musik sehr verschiedenen Ursprungs in einen überraschenden Kontext zu setzen, um einen inspirierten, funkenschlagenden Dialog zu führen. Baldelli hatte mit seiner Definition von Cosmic ja nicht nur stets die Nähe zu Afrika, sondern oft auch nachdrücklich die Verbindung zu Rock gesucht und gefunden. Während dieser Zug auf den jüngsten Veröffentlichungen bei Let’s Get Lost etwas überbetont erschien, vermeidet Baldelli auf Cosmic Drag den allzu harschen Zugriff – vier bereits auf EP veröffentlichte und acht neue Tracks ergeben ein sehr rundes und geschmeidiges Album. Baldellis gültigstes Statement seit langem.

 


Stream: Daniele BaldelliCosmic Drag (Preview)

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