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SCHLAGWORTE: Reviews Groove 147

STEVE MOORE Pangaea Ultima (Spectrum Spools)

In den vergangenen drei Jahren wurde der US-Amerikaner Steve Moore durch EPs auf Labels wie L.I.E.S., Future Times und Kompakt einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Nun erschien sein bereits zirka zehntes Album auf dem österreichisch-amerikanischen Label Spectrum Pools.

ZUCKERMANN Serendipity (Lebensfreude)

Ralph Zuckermann ist einer, der Techno nicht als Zweck an sich betrachtet, sondern vor allem als idealen Rahmen für musikalische Experimente. Also jemand, der nicht unbedingt funktional Tanzflächenkracher an Tanzflächenkracher reiht, sondern der ausprobiert, was sich noch so machen lässt auf dem Fundament der geraden Bassdrum.

HTRK Psychic 9-5 Club (Ghostly International)

ie größte Fehlannahme des neuen Jarmusch-Films ist, dass ein kunstsinniger Vampir so alt wie die Menschheit heute abgehalfterten Post-Blues-Rock fabrizieren würde. Wach auf Jim, die gruftige Dub-Electronica von HTRK (sprich: Hate Rock) ist der wahre Soundtrack des mondän-geschmackvollen Nosferatus im 21. Jahrhundert.

FRENCH FRIES Kepler (ClekClekBoom)

Das Weltraumteleskop Kepler wurde 2009 von der Nasa ins All gebracht, um bewohnbare Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufzuspüren. Valentino Canzani Mora alias French Fries beschreibt mit seinem Debütalbum ein mögliches Szenario im All und versteht es, die Tracks einem Drama gleich zu positionieren, das von Aufbruch, Auseinandersetzung und Ankommen handelt.

FISHERMEN Patterns And Paths (Skudge White)

Die Schweden Martin Skogehall und Thomas Jaldemark haben sich zusammengetan, um als Fishermen ihre Version von Techno für das junge Skudge-Sublabel Skudge White zu produzieren.

FARBEN presents James Din A4 (Faitiche)

Dennis Busch alias James Din A4, Krieghelm Hundewasser, Pastor Fitzner oder Pop Dylan ist der tollste Kauz vom Rande der Szene. Von seinem Einsiedelbau in der Nähe von Bremen aus veröffentlicht er seit 14 Jahren verschrobenen Hippietechno auf Platten, deren Cover er als bildender Künstler auch gleich selber gestaltet und druckt. Jan Jelinek alias Farben hat sich ihrer nun als Fan angenommen.

LUCY Churches Schools And Guns (Stroboscopic Artefacts)

Die Gestaltung von Oblivious Artefacts für Churches Schools And Guns von Lucy könnte auf eine Veranstaltung verweisen, für die der italienische Produzent in Amsterdam mit einer Yoga-Lehrerin zusammenarbeitete. Irgendwas mit Atemtechniken, Field Recordings und Walls of Sound. Kein so schlechtes Stichwort, auch wenn Räume besser zum zweiten Album des Mannes hinter dem We-Like-Darkness-Label Stroboscopic Artefacts passen.

KZA Dig & Edit 2 (Endless Flight)

Wenn KZA ein neues Album vorlegt, kann man schonmal getrost die WhoSampled-App startklar machen: Dem japanischen Plattensammler wird eine exorbitante Sammlung nachgesagt.

KANGDING RAY Solens Arc (Raster-Noton)

Kangding Ray hat sich der vermuteten Technoisierung noch nicht gänzlich hingegeben. Das Glas ist (nur) halb voll. Und das ist auch gut so.

MAX GRAEF Rivers Of The Red Planet (Tartelet)

Muss man jemanden, der noch keine zwanzig ist und derart souverän und weit draußen Musik produziert wie Max Graef als Wunderkind bezeichnen? Nein, man muss nicht, vor allen Dingen will man es nicht, zu abgedroschen ist das Gerede vom Wunderkind.

LEGOWELT Crystal Cult 2080 (Creme Organization)

Wie kaum ein anderer Musiker hat Legowelt die Ambivalenzen zwischen dem Kult um die Maschinen und ihren Klängen und dem, was die Popkultur aus ihnen macht, ausgelotet. Ein Jahr nach dem gefeierten The Paranormal Soul erscheint schon sein nächstes Album, Crystal Cult 2080.

DANA RUH Naturally … (Underground Quality)

Fred P als Remixer für ihre letzte Single zu verpflichten, hatte den Weg in Richtung Staaten ja schon ein wenig angedeutet, trotzdem wäre Jus-Eds Underground Quality Label sicher nicht die erste Adresse, an der man das Debütalbum von Dana Ruh verorten würde.

MOODYMANN Moodymann (Mahogani Music)

Kenny Dixon Jr. hat ihn, spielt ihn, lebt den Groove. Wie kaum ein anderer Produzent, DJ oder Musiker dieser Tage vermag er es, nahezu alle relevanten Perspektiven heutiger Clubmusik auf Albumlänge zusammenzuführen und die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen. Sein schlicht betiteltes Album Moodymann vereint einmal mehr bereits auf limitiertem Vinyl erhältliche Tunes mit neuen oder besser gesagt, bisher ungehörten Aufnahmen aus den nächtlichen Jam-Sessions im Studio.

DIVERSE Uncanny Valley 20 (Uncanny Valley)

Wer House aus Dresden sagt, meint Uncanny Valley. Die Jungs und Mädels aus dem ehemaligen Tal der Ahnungslosen sorgen seit 2010 für kontinuierlich gute Veröffentlichungen und zeigen, dass Qualität mehr wiegt als das Festlegen auf Schubladen oder Konventionen.

OPTIMO (ESPACIO) Dark Was The Night (Endless Flight)

Das schottische Duo Optimo gehört zur selten gewordenen Spezies von Vinylfreaks. Es gibt wohl kein Genre, das nicht in ihre Sets passen würde. Ihr jüngster Mix ist da keine Ausnahme.

DIVERSE 10 Years Of Phonica (Phonica)

Der längste Tresen im Plattenladenbusiness Londons feiert eine Dekade Bestand ... die Liste der Gratulanten ist drei CDs oder LPs lang und prominent besetzt.