Überfall auf den Club HVLV (Screenshot: Youtube)

Am 26. November wurde der Club HVLV in Kiew erneut von einem rechtsmotiviertem Schlägertrupp angegriffen. Die Berliner Ecke-Records-Crew war gerade beim Soundcheck, als um 18:45 eine Gruppe von 15 bis 20 Schlägern in den Clubraum stürmte. Zuerst attackierte die Gruppe den Türsteher mit einem Schlagstock und Anti-Bärenspray. Danach wurde der Außenbereich des Clubs zerstört. Während der Attacke wurden zudem laut Anti-LGBTQ+- und rassistische Parolen geschrien. Der Türsteher des Clubs wird sich voraussichtlich wieder erholen und sein Augenlicht wiedererlangen, ansonsten wurde niemand verletzt. 

Laut dem Post von Ecke-Records dauerte der Überfall zweieinhalb Minuten. Weiter heißt es in dem Beitrag, dass es sich wohl um eine bezahlte Schlägertruppe gehandelt haben muss – mit dem Ziel, Menschen, die zusammen Musik erleben wollen, einzuschüchtern. Nach dem Vorfall wurde aufgeräumt, die Schäden beseitigt und die geplante Party dennoch veranstaltet.

In einem Beitrag bei Nighttime.org kommentierte Katya Voychuk, die PR-Managerin des Clubs: „Es ist sehr beängstigend zu arbeiten, wenn man jeden Moment von einer Truppe Schläger überfallen werden kann, die mit Gegenständen zuschlagen und Rauchbomben werfen. Dazu kommt, dass es trotz zahlreicher Beschwerden keinerlei Unterstützung oder Schutz durch die Polizei gibt.”

Diesem Vorfall geht eine Vielzahl an rechtsmotivierten Attacken im Kiewer Clubviertel Podil vorraus. So marschierten beispielsweise am 6. November bereits dutzende Menschen zu den Clubs HVLV, CLoser und ∄ (AKA K41) und warfen mit Eiern, während sie White-Power-Parolen riefen.

Vorheriger ArtikelBerliner Senat: Clubs sollen zeitnah schließen
Nächster ArtikelREWIND2021: Endzeitstimmung auf dem Dancefloor