5. Autarkic – Heavy Dreamer (Life and Death)

Bei Nadav Spiegel alias Autarkic stimmen die Mischungsverhältnisse eben. Lässt er im ersten Track seinen New-Wave-artig verzerrten Gesang, der hier ein wenig an Matias Aguayo erinnert, mit wohldosierten Bleeps kollidieren, gönnt er sich in „Realistic Guru“ einen Shuffle-Moment mit hyperventilierenden Synthesizern, um in der Titelnummer eine Americana-affine Gitarre neben lasergenau platziertes Orgel-Stakkato und Cowbells zu setzen. Mit am schönsten die noch einmal zusätzlich abgedunkelte, schleichend voran drängende „Evil Version“ des Post-Punk-Songs „Powerhouse“, leider nur digital. (Tim Caspar Boehme)

4. Shinedoe – The Mutant Frequencies (Music That Moves)

Shinedoe ist der vielleicht verlässlichste Außenposten der Detroiter Schule in Amsterdam und ihre The Mutant Frequencies-EP auf dem neu gelaunchten Label Music That Moves lässt erahnen, wer genau Pate stand: „M-Plant“ heißt das zweite Stück, eine mehr als deutliche Anspielung an Robert Hoods gleichnamiges Imprint. Über zwei Tracks widmet sich Chinedum Nwosu einem Acid-lastigen und erdigem Sound, bis sie mit „Triplex“ warme Dub-Wolken über den Grooves schweben lässt. Ein ebenso konzentrierter wie traditionsbewusster Auftakt für MTM, das als Outlet für Nwosus eigene Produktionen dienen soll. (Kristoffer Cornils)

3. Benedikt Frey – Artificial (Remixed) (ESP Institute)

Der Play-Knopf führt hier zu einer kleinen Wundertüte. Ob housy oder technoide Beats, Jungle Snares oder 808-Drums – Benedikt Freys Remix-EP ist ein elektronisches Potpourri. Kein Wunder! Denn vier sehr verschiedene Artists reinterpretierten zwei Tracks auf ihre eigene Art und Weise eben auch ganz verschieden. Ein Beispiel: Tolouse Low Trax nimmt den instrumentalen Mantel des Originals und formt ihn zu einem Bass-lastigen, langsam dahin gleitenden Jacket um. So ganz kommt dieser wie auch die anderen Mixes von unter anderem I:Cube aber nicht wirklich an die hypnotische Magie der Originale ran. (Franziska Finkenstein)

2. L.B. Dub Corp – Roar (Stroboscopic Artefacts Totem)

Labelstrukturen funktionieren oft am besten, wenn sie kleinen Familien gleichen. Lucy hebt diesen Aspekt im Rahmen seines Stroboscopic Artefacts-Labels auf die nächste Stufe. Mit der Totem-Serie hat er ein Sublabel ins Leben gerufen, das den trackigen Techno um wärmere Soundstrukturen ergänzen soll. Einer augenscheinlichen Wärme biedern sich die Tracks von Luke Slater nicht an. „Sure Step Dub“, der heimliche Star der Platte, ist zumindest ein echter Groover und noch am ehesten dieser Ästhetik zuzuordnen. „Roar“ und „Hard Wax“ firmieren stattdessen unter einer harschen L.I.E.S.-Ästhetik. Durchgehen lassen kann man das trotzdem. (Felix Hüther)

1. Emil Abramyan – Movement (Kingdoms)

Fabelhafter Fünftracker des Brooklyner Cellisten und Producers Emil Abramyan auf Francis Harris’ Ambient- und Neo-Classical-Label Kingdoms. Weder Landschaften noch Seelengemälde scheinen diese Kompositionen zu zeichnen, eher wirken sie wie Befindlichkeitsstudien: Ätherisches Melos in „Flightplan“, Nähe und Ferne zugleich in „Winter“, mit housiger Percussion und melismatischen Arabesken anschlussfähig an Disco-Halal-Platten „Foolky“, synthetisch und minimal „4 24“, wie durch einen Schleier „Fever“. In Francis Harris „Flightplan Reform“ kommt nach der Hälfte ein schütterer Beat auf. (Harry Schmidt)

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