5. Mor Elian – Fairplex Drive EP (Radio Matrix)

Musikalisch sozialisiert wurde Mor Elian durch die Club-Kultur Tel Avivs. Heute steht sie neben Größen wie DJ Stingray hinter den Plattenspielern. Nachdem sich die Isrealin als Produzentin auf ihren letzten Releases auf zurückhaltende Sounds fokussierte, speist sich ihr neuestes aus einer tiefgehenden Progressivität. Als Inspirationsquelle galt ein Abenteuertrip durch Städte und Wälder. Dieser Gegensatz ist in den atmosphärischen Klangstrukturen, Handclaps und roughen Snare-Drums zu hören, die die EP vorantreibt. Wenn sie an Natur erinnert, dann an Natur, die nach Club klingt.

4. Overloper – Aposynthesis (Pater Noster)

Das Londoner Label Pater Noster ist bekannt für seine sich im Acid-Techno-Gewitter badenden Tracks, die soundtechnisch eher an einen analogen Oldschool-Synthesizer erinnern als an frisierte Ableton-Partituren. Der neueste Release stammt von dem Scarface unter ihnen – Overloper. Unter diesem Nebenprojekt von Ekman leitet der Niederländer mit träumerischen, basslastigen Elementen auf „Hope Your Close“ ein, geht über zu ravigen Synthlines auf „Aposynthesis“, auf den der mit Claps beladene Acid-Banger „Carpe Noctem“ folgt. Den Abschluss der B-Seite macht der dazugehörige Remix des brazilianischen Produzenten Innsyter, der „Carpe Noctem“ um ein düsteres Level revoltierender Acid-Brummtöne erweitert.

3. Hodge & Randomer – If I Could Stop (Clone Basement Series)

Die zwei Briten Hodge und Randomer haben bereits mit ihrer ersten Kollaboration auf Dnuos Ytivil (Livity Sound) bewiesen, dass sie musikalisch nahezu symbiotisch zusammen funktionieren. Die Entscheidung für zwei weitere Produktionen erscheint daher nur konsequent. Die Platte bietet, was das düstere Cover verspricht: Techno mit dem nötigen Wumms. Auf „If I Could Stop“ und „Slipping“ verbinden sich ihre Affinität für rauen Techno und Bass-Drums. Diese finden in Kowtons „Slipping“-Remix auf der B-Seite eine dubbige Weiterentwicklung und Entschleunigung.

2. Bufiman – Running EP (Versatile)

2014 zum ersten Mal erschienen, kommt Bufimans Running-EP vier Jahre später erneut auf dem Pariser Label Versatile als Repress auf den Markt. Darauf begibt sich der Düsseldorfer Salon Des Amateurs-Resident Jan Schulte alias Wolf Müller als Bufiman auf die spirituelle Seite des Disco-Terrains. Ob mit schwirrenden Synth-Basslines und Claps auf „Running (The Chase)“, die an den Dub Disco der 80er Jahre erinnern, dem sich behutsam aufbauenden Afro-Groove auf „Kalvier“ oder dem perkussiven „Bonobeat“, der am Anfang so klingt, als würde ein Vodoo-Zauberspruch auf Rewind laufen. Auch nach vier Jahren erinnert Bufimans Running-EP mal wieder, dass er ein Meister der Vielfalt ist und auch im Disko ein bequemes Zuhause findet.

1. Karen Gwyer – Rembo Remixes (Don’t Be Afraid)

Karen Gwyer ist bekannt für einen experimentellen, teils etwas bizarren Stil, der sich aus vielfältigen Soundtexturen konstituiert, dabei aber nicht zu abstrakt rüberkommt. Ihr Album Rembo, das im Herbst 2017 auf Don’t Be Afraid erschienen ist, verwies bereits auf ihre Hingabe für anspruchsvolle Produktionen, die sowohl für den Kopf als auch den Dancefloor gemacht sind. Obgleich Karen Gwyers Rembo von einer musikalischen Eigentümlichkeit geprägt ist, funktionieren die vier kürzlich erschienen Remixe erstaunlich gut zu ihrer Manier. Via App macht aus dem impulsiven Tanzstück „The Workers Are on Strike“ einen kakophonischen Acid-Track, Ron Morelli begibt sich mit seinem Remix zu „He’s Been Teaching Me To Drive“ im Stakkato-Galopp in eine düstere Techno-Höhle, auf die E. Meyers jazziger Chicago House-Remix folgt. Abgerundet wird die EP von M/R mit einer entschleunigten, repetitiven Version des energetischen „Why Does Your Father Looks So Nervous“. Damit beinhaltet die EP eben jene musikalische Variation, die Gwyer in ihren Produktionen ebenfalls einbaut und mit jeder Palette eine schöne Überraschung bietet.

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