Fotos: Patrice Brylla (Anja Schneider), Pampa (DJ Koze). 
Zuerst erschienen in Groove 169 (November/Dezember 2017).

All die Jahre gab es einen DJ, der mich schon von Anfang an beeindruckt hat. Durch seine Freundlichkeit, Professionalität und sein Auftreten war er schon immer etwas anders gewesen. Obwohl, wir dachten damals ja alle, dass wir „anders“ sind. Das war 1994. Der Einzige, der aber wirklich immer anders war, war DJ Koze. Seither pflegen wir eine ganz professionelle DJ-Beziehung. Doch bis heute, immer wenn er mich sieht, kommt er an und grüßt.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die meisten denken, wenn der Erfolg kommt, muss man arrogant werden. Nicht er. Sein Auflegestil war damals wie heute einzigartig. Die Diversität, was Musikstile angeht, ist bei ihm riesig und als ob das noch nicht genug wäre, mixt er die Tracks auch noch nahtlos. Das kann kaum einer und erst recht nicht so wie Koze.


Stream: DJ Koze – FACT Mix 387

Er schafft es wirklich, die Genres miteinander zu vermischen, ohne dass es auch nur eine Sekunde wehtut. Bei ihm passen halt die Gorillaz problemlos auf einen Acid-House-Track oder die Beatles mit „Here Comes The Sun“ auf ein House-Stück. Um so aufzulegen, braucht es wirklich eine große Unbekümmertheit und ich kann mir nicht vorstellen, dass das sonst jemand so gut hinbekommt.

Das letzte Mal, als ich ihn gesehen hab, war vor einem Jahr in Kroatien auf einer Bootparty. Er hat sich da privat von irgendwo eine Kiste eines ganz speziellen Weines liefern lassen. Dummerweise hat den jemand aufs Boot gebracht anstatt in sein Hotel. Der Wein, der eigentlich für ihn alleine bestimmt war, verteilte sich dann schnell unter den Leuten. Koze seinerseits hat keine Sekunde gezögert, sodass wir den ganzen Wein mit ihm zusammen getrunken haben.

Er ist einfach in jeglicher form total easy und zugänglich. Es braucht definitiv mehr Leute mit einer solchen Unbekümmertheit, wie sie DJ Koze an den Tag legt. Bei ihm hatte ich nie das Gefühl, das es um Geld, Business, sein Label oder um irgendein Image geht, dass er verkauft. Er ist einfach so. Und das ist total authentisch.

  • Jens Schmitz

    Das er sympathisch ist, merkt man schon an seiner Musik. Die wäre sonst nicht so!