5. Burnt Friedman & Mohammad Reza Mortazavi – Yek (Nonplace)

Yek ist persisch für 1 oder auch Einheit – ein nachvollziehbarer Namen für diese erste gemeinsame EP von Burnt Friedman und dem in Berlin lebenden Iraner Mohammad Reza Mortazavi. Letzterer ist ein Musiker, der eine sehr eigene Art entwickelt konnte, das persische Perkussioninstrument Tombak zu spielen. Mit seinen extravaganten Spieltechniken ist er in der Vergangenheit auf unzähligen internationalen Festivals, in der Berliner Philharmonie oder auch der Fusion aufgetreten. Auf diesen vier Tracks kommt Friedmans Gespür für subtile, polyrhythmische Strukturen mit dezenten Electronics und Mortazavis atemberaubende Percussions äußerst gelungen zusammen.

4. STL – Nonzero Sonics (Dark Matters)

STL, das ewige Enigma, mit seiner ersten EP für Dark Matters, dem Label des Crosstown Rebels-Acts Amirali. Das fast 14-minütige „No More Words“ nimmt sich erst einmal viel Zeit, um langsam auf- und abbauende Flächen ineinander greifen zu lassen – das Ganze nimmt das Organische einer Meeresbrandung an. Nach 7 Minuten setzt schließlich eine warme, pulsierende Kickdrum ein und führt den Track in Richtung ozeanischen Dubtechno – sehr schön das. „Smooth Selector“ ist dann eines dieser sehr reduzierten und dennoch aussagekräftigen STL-Tracks, die mit etwas klappriger Percussion, verwunschenen Melodien und einem gewissen Grundrauschen ein ganzes Poesiealbum vollkritzeln können. Das relativ kurz gehaltene „Out Of The One“ schließt diese EP mit schön schrägen Harmonien in einem lässigen Downtempo-Track ab.

3. Ciel – Electrical Encounters (Peach Discs)

Mit der Partyreihe und gleichnamigen Online-Radiosendung Work In Progress fördert die in Toronto lebende Cindy Li alias Ciel seit längerem sich weiblich identifizierende DJs und Produzentinnen, nun ist ihre eigene Debüt-EP Electrical Encounters auf dem Label von Shanti Celeste, Peach Discs, erschienen. Alle drei Tracks verraten einen äußerst sensiblen Umgang mit der Klangmaterie und ihre Vorliebe für Shoegaze und Dream Pop. „Elevate (Go Off Mix)“ zum Beispiel ist stellt erhabene New Age/Ambient Soundwolken auf ein entspanntes Breakbeat-Fundament, alles hier wirkt weich, komfortabel und von einer erhabenen Entspanntheit, wie es ansonsten nur die besten Balearic Tracks hinbekommen.

2. Chez Damier – Mental Breakdown (Remixes) (Mojuba God)

Im Gegensatz zu seinem alten Producer-Kollegen Ron Trent ist die Chicagoer Deephouse-Legende Chez Damier wesentlich zurückhaltender was neue Veröffentlichungen angeht. Es ist nun – wieder einmal – Mojuba-Betreiber Thomas Wendel zu verdanken, dass drei Jahre nach seiner Classics-EP auf dem Label nun drei Remixes von Chez Damier-Tracks auf Mental Breakdown erscheinen. Die Wahl der Remixer ist außergewöhnlich: Neben Wendels eigenen Oracy-Alias konnte er Chris Nazuka und Derrick Carter für einen gemeinsamen Remix verpflichten sowie den Franzosen St. Germain, der wiederum eine eigene, etwas abgespeckte Interpretation ihres Mixes produziert hat: beide funky, von ausgesprochener Spielfreude und felsenfest in der Chicago-Tradition stehend. Der Gewinner ist aber „Oracy’s Psychic Rainfall Edit“ von „Mental Breakdown“: ein Monster von einem House-Track, der seinen Namen mit manischen Chords und schleifender Percussion alle Ehre macht.

1. Avalon Emerson – Whities 013 (Whities)

Die erste Veröffentlichung in diesem Jahr von Avalon Emerson zeigt nicht nur in der Wahl des Labels, warum sie zu den erfolgreichsten DJs der neuen Generation gehört. Whities hat gerade mit Platten von Lanark Artefax und Minor Science einen sensationell guten Lauf und Emerson kann mit der Katalognummer 13 nun noch einen draufsetzen. Auf „One More Fluorescent Rush“ treibt sie mit geschickt modulierten Arpeggios die Crowd in den Wahnsinn – es ist erstaunlich wie sie hier einerseits Massen mobilisieren kann und gleichzeitig einer absolut glaubwürdigen Soundästhetik treu bleibt. „Finally Some Common Ground“ zeigt sich komplexer: ein schwerer, Percussion-lastiger Groove wird mit teils bizarren Dschungel-artigen Sounds befeuert und hält über acht Minuten das Energielevel erfreulich weit oben.