5. Earth Trax – I Gave You Everything EP (Lost Palms)

Vier Tracks verträumt-verspielter House Music, voll perlender Melodien, verhallter Klavierakkorde, verhuschter Stimmen und breiter Flächensounds, die nie enden wollende Ebenen eröffnen. Perfekte Musik für Sonnenuntergang wie -aufgang. Dabei verlieren sich die Stücke von Earth Trax jedoch nie in ihrer blanken Schönheit, werden vielmehr angetrieben von einem soliden Fundament aus Rhythmus und Bass. Dream-House im besten Sinne, sozusagen. (Tim Lorenz)

4. Al Zanders – There Is Rhythm (Phonica)

Für den Titeltrack von Al Zanders There Is Rhythm-EP braucht es auf nüchternen Magen gute Nerven, seine Synthie-Hookline hat etwas sehr Bestimmendes und könnte unter dem Banner „Chicken-Acid“ segeln. Tief in der Nacht und mit entsprechender Unterlage entfaltet das Stück dafür großes Ravepotential. Das eigentliche Highlight der EP ist aber „Song About A Dream“, das entsprechend sphärisch beginnt mit Flächen, einigen Gitarrentönen und einer gesampelten Songansage, wenn dann aber der Gesang mit seinen Chören einsetzt, geht die ganz große Afterhoursonne auf. Sommerhit für die südliche Hemisphäre! (Mathias Schaffhäuser)

3. Vin Sol – Moonchild EP (Honey Soundsystem)

Vin Sol ist an sich für technoid jackenden Power-House bekannt. Auf der Moonchild-EP ergänzt er dieses bekannte Muster durch eine trippige Komponente, die besonders auf „Electrical Storms“ und „Patronize“ eine ungewohnt düstere Seite seines Portfolios zum Vorschein kommen lässt. Obwohl sein regulärer Entwurf elektronischer Musik dem klischeebehafteten Housesound der Westküste seit je her entgegenwirkte, war es nur eine Frage der Zeit, bis die ihn so inspirierende psychedelische Note noch mehr Eingang in seine Produktionen finden würde. Das funktioniert ziemlich gut. (Felix Hüther)

2. Planetary Assault Systems – Deep Heet Vol. 4 (Mote Evolver)

Seit der letzten „Deep Heet” sind inzwischen fünf Jahre vergangen – aber genauso viel Zeit lag zwischen Nummer eins und zwei, das ist also eine nur alle Jahre aktivierte Serie von Luke Slater. Von den vier Tracks ist nur „Desert Races” ein offensichtliches Brett, bei dem unglaublich dichte Chords auf einer simplen Kick dem Höhepunkt entgegen flimmern. Die drei anderen haben einen sehr viel loopigeren Charakter, aber überzeugen durch die gleiche Dichte. Slater beweist ein hervorragendes Händchen für komplexes Layering und effektvolle Kleinstverschiebungen. Da wird sogar penibel auf die Lautstärke eines Elements geachtet. (Cristina Plett)

1. Red Axes – Kalacol EP (Life And Death)

Einfach entwaffnend, was für eine Schlagzahl das israelische Duo mit seinem Output an den Tag legt. Nachdem DJ Tennis den Track „Paratrooper“ von Red Axes für seinen DJ-Kicks-Mix lizenziert hat, folgt mit einer EP für sein Label Life and Death der nächste Schritt. Allein der Titeltrack mit dem russischen Vocal von Yuli Vainshtein und einer Unmenge Glocken würde die Anschaffung rechtfertigen, aber die drei anderen Tracks stehen dem in nichts nach. Klezmer, Moondog und Spaghettiwestern-Soundtracks sind hier stets etwa gleich weit entfernte Koordinaten. So abgefahren wie tanzbar. (Harry Schmidt)