Fotos: Heiko Hoffmann

Ob als DJ, Produzent und Labelbetreiber: Len Faki vertraut weiterhin auf analoge Qualität. Wir begleiteten ihn zu Berlins erstem Vinyl-Presswerk intakt! und nutzten die Gelegenheit, um mit Faki über die Qualitäten des Mediums, sein neues Label und natürlich die frisch gepresste Platte zu sprechen.

 


 

Was war Dein Eindruck von der Herstellung Deiner eigenen Platte? Gibt es Dinge die Dich überrascht haben, die Du bemerkenswert fandest?
Vinyl ist und bleibt ein faszinierendes Medium. Ich bin ja nun schon lange dabei und hab viele Pressungen verwirklicht, ob für LF RMX, Figure oder früher schon mit [feıs]. So nah am Prozess wie bei intakt! war ich aber tatsächlich noch nie. Wir sind am frühen Abend hin und erst nachts wieder gefahren. Max Gössler und Alex Terboven haben uns alles gezeigt und ausführlich erklärt. Wenn man die feineren Stellschrauben so einer Pressung kennenlernt wird die Faszination natürlich noch größer. Ich habe dann auch nach kurzer Einweisung an der Press-Maschine meine eigene Platte mit Labels versehen, gepresst und dann ausgeschnitten, das war irre – für mich ein absolut toller Moment. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man so stark involviert ist und direkt dabei ist, wenn die eigene Musik haptisch wird.

Was ist der Grund für die milchige Transparenz LF RMX-Platte?
Die Wahl der Transparenz fiel aufgrund mehrerer Gegebenheiten. Zum einen ist LF RMX eine Plattform, die in meine Arbeitsweise Transparenz bringt. Bisher war es nur meinem engen Umfeld bekannt, dass ich es liebe Edits für meine Sets zu schneiden und da schon auch eine kleine Besessenheit für habe. Dann ist LF RMX ja als non profit konzipiert, wir spenden jegliche Einnahmen an Straßenkinder e.V. hier in Berlin, auf deren Arbeit möchte ich aufmerksam machen und sie mit dem Projekt unterstützen. Royalties fließen ebenfalls nicht – alle Künstler die involviert sind unterstützen die Idee. Letzlich sieht transparentes Vinyl auch einfach geil aus! Also der Ästhetik halber zuletzt natürlich, um den Plattenkäufern ein schönes Produkt zu bieten.

Warum lässt Du Deine Platten jetzt bei intakt! pressen?
Ich finde, dass ein Presswerk ganz hervorragend zu Berlin mit seiner großen Label-Vielfalt passt und als erste Gerüchte aufkamen, dass eines in der Entstehung ist, sind wir dem sofort nachgegangen. Das war auch genau in der Zeit in der das Label finale Züge annahm. Wir waren dann auch wirklich die Ersten, die sich gemeldet haben und LF RMX 001 war die erste Platte, die das Werk verlassen hat. Also ein Neustart für beide Parteien. Als ich dort war und die Motivation und Leidenschaft, mit der die Jungs da ran gehen, gesehen habe war das noch ein Grund mehr. Da sind wir auf einer Wellenlänge. 

Kannst Du noch etwas zu der neuen LF RMX sagen?
Die neue LF RMX ist bereits die dritte Katalognummer. Dieses mal mit zwei Mixen von Frankie Bones’ „Bump Your Head“. Beim „Hardspace Mix“ auf der A-Seite habe ich mich stärker am Original orientiert und Vocals und den prägnanten Synth miteingeschlossen. Der „Hardspace Tool“-Mix auf der B-Seite ist, wie der Titel schon sagt, schlichter und toolig, ohne Vocal und auf das Wesentliche reduziert. Eine Stimmung, die der einer verschwitzen Warehouse-Nacht gleicht. Die Platte von Frankie Bones fiel mir zuhause beim Durchstöbern zufällig in die Hände. Ich war gleich angefixt und hab die Mixe gemacht. Das ging mir mit den ersten Katalognummern so, dass sie spontan entstanden sind, was toll ist und einer der Gründe, dass die Plattform mir großen Spaß macht.


Stream: LF RMX 003 – Frankie Bones (Preview)