5. Denis Mpunga & Paul K – Criola Remixed (Music From Memory)

Kürzlich veröffentlichte Music From Memory eine EP des kongolesisch-belgischen Duos Denis Mpunga & Paul K, die in den frühen Achtzigern in Lüttich entstand. Nun wurden ihre Afro-Synth-Zaubereien von Androo und Dazion, Prins Emanuel, sowie Interstellar Funk und Tolouse Low Trax umgedacht. Die letzten beiden stechen mit vernebeltem Midnight-Wave-Funk heraus, dessen Sogwirkung mit Bravour Zeitgeist und -losigkeit vereint. Die übrigen Remixe zwischen Balearic, Tribal und Funk hauen auch rein. Nur nicht so unausweichlich. Ein unveröffentlichtes Stück von Denis Mpunga & Paul K gibt es auch noch dazu. (Michael Leuffen)

4. Ross From Friends – The Outsiders (Magicwire)

Auf diesem Doppelvinyl entwickelt Ross From Friends einen originellen Mix aus klassischen, melancholischen Detroit-Sounds und Lo-Fi-Pop mit scheppernden Drums und verwaschenen, fernen Melodien. Dabei liegt die Magie der Musik darin, dass wir nicht erfahren, ob sie aus einer verschütteten Epoche der Popgeschichte herüberschallt oder bloß aus der Nachbarswohnung. Clubtauglichkeit ist kein Kriterium für Ross From Friends, er verwendet fast keine Effekte. Statt ewig am Kompressor rumzudrehen, konzentriert er sich auf die Melodien, die so gut sind, dass man mit ihnen auch eine Popkarriere starten könnte. (Alexis Waltz)

3. Chaim – The Perfect Circle (Disco Halal)

Am Anfang ist der Sequencer. Disco, Hi-NRG, Vocoder im Hintergrund. Dann kommen die Melodien. Und die hat der marokkanische Produzent Chaim, zum ersten Mal auf Disco Halal, der nordafrikanischen Tradition entlehnt. Ebenso wie die stotternd rhythmisierten Stimmensamples. Das Ganze im Titeltrack perfekt ausbalanciert und aufgebaut, keine Klischees, dafür ein Amalgam, das hält. Auch auf der Tanzfläche. Auf der B-Seite werden die Elemente dann noch einmal auf niedrigerem Energielevel, aber nicht weniger effektiv, abgemischt. (Tim Caspar Boehme)

2. Terence Fixmer – Force EP (Ostgut Ton)

Terence Fixmer aus Frankreich wurde in den späten Neunzigern mit hämmerndem EBM und furchteinflößendem Vocoder-Stimmen bekannt. Mit der Zeit wurden seine Tracks immer technoider und atmosphärischer. Hier arbeitet er mit wenig Klangmaterial, er vertieft sich ganz in die Sounds und in die einzelnen Loops. Bei „Force“ steht ein statisches Synth-Riff im Raum wie ein riesiges UFO, bei „Sidewalk“ erzeugen gitarrenartige Klänge das irreale Flirren von Hochsommertagen. Das beste Stück der Platte ist „Melting Planets“, das mit einem kurzatmigen, erwartungsfrohen Funk wie eine klassisch ausgebildete Ballerina über den Dancefloor schreitet. (Alexis Waltz)

1. Simon Weiss – You Want a Cigarette EP (Voyage Direct)

Eigentlich müsste Simon Weiss längst schwer angesagt sein. Aber bisher ist er von viel zu vielen grob fahrlässig verschlafen worden. Der niederländische Produzent bringt in schöner Regelmäßigkeit wunderbar rollende Beats an den Start, die ganz souverän einen Wissensfundus beherbergen, der von Garage House über harten Techno bis hin zu Funk und Electro reicht. Doch niemals sind Simon-Weiss-Tracks dezidiert das eine oder andere. Die vier Tracks auf seiner neuen EP sind mit ihren verzerrten Synthesizern, Vocoder-Vocals und Italo Disco-Arpeggios abermals durchweg großartig. (Holger Klein)