5. Shackleton with Anika – Behind The Glass (WTTSH)

Nach Sferic Ghost Transmits ist Behind The Glass nun schon das zweite Shackleton-Album in diesem Jahr – dieses Mal statt auf Honest Jon’s auf seinem eigenen Label Woe To The Septic Heart!. Es steht in einer Reihe mit seinen voran gegangenen Alben, auf denen er bereits mit den Genre-fremden Sängern Erbesto Tomasini und Vengeance Tenfold gearbeitet hat (wobei sich Shackleton ja längst in einem ureigenen Genre befindet, das in dieser Form nur er ausfüllt), dieses Mal ist es die britisch-deutsche Sängerin und Journalistin Anika. Ihre Stimme passt perfekt in dieses wie immer unfassbar toll produzierte Album, das klingt wie der Soundtrack zu einem Vollmond-Ritual eines mysteriösen Pagan Kults.

4. Phil Moffa – Frequency Of Noise (The Corner)

Phil Moffa ist ein äußerst umtriebiger Aktivist in der New Yorker Techno-Szene, er ist Produzent, Professor, Audio Engineer in seinem Butcha Sound Studio und schreibt Technik-Reviews für Resident Advisor und andere Magazine. Seine neue EP für The Corner ist das erste Release seit 17 Monaten für das New Yorker Label und es zeigt, was für ein ausgezeichneter Techno-Producer Moffa ist – die vier ziemlich zackigen Tracks sind komplex, arbeiten teilweise mit polyrhythmischen Percussions, melodischen Texturen, verfremdeten Vocals und anderen Elementen, die man in dem Kontext als begrüßenswert erachtet.

3. Nina Kraviz – Pochuvstvui (Trip)

Nina Kraviz‘ erste Solo EP auf Trip fällt weniger experimentell aus als die Sachen, die sie ansonsten gerne auf ihrem Label veröffentlicht – aber immer noch wesentlich eigensinniger als man bei ihrem DJ-Star-Status vermuten könnte. „Pochuvstvui“ war bereits auf ihrem Fabric-Mix zu hören und ist ein Paradebeispiel für ihre Produktions-Skills: wie sie hier aus einer überschaubaren Anzahl an musikalischen Elementen etwas so Eingängiges und verwirrend Verführerisches kreiert, ist schon ziemlich gut. Ein konstanter Basspuls, zwei, drei teils von ihr eingesungenen Vocal-Loops sowie eine halluzinierende Acid-Line reichen völlig aus. Auch in „You Are Wrong“ steht Kraviz‘ Stimme im Mittelpunkt, ebenso wie bei „Pochuvstvui“ gibt es kein Break, kein Arrangement das auf irgend etwas hinauswill sondern nur ein rollender Groove und geschickte kleinere Synth-Modulationen.

2. EQD – #006 (Equalized)

„Immediate, boomy, uplifting DJ tool Techno cuts“ schreibt der Hardwax-Newsletter dazu in seiner gewohnt exakten 7-Worte-Review. Was René Pawlowitz alias Shed / Head High / WK7 usw. dazu veranlasst hat, nach sechs langen Jahren sein EQD-Projekt weiter zu führen, wissen wir nicht. Es ist aber auch wieder einmal schön, ihn etwas puristischer und ohne die Hardcore- und Breakbeats-Verweise seiner anderen Projekte zu hören. Beide Seiten sind schnörkellose Techno-Tracks, wobei die A-Seiten-Nummer etwas trockener und die B-Seiten-Nummer etwas atmosphärischer und upliftender rüberkommt. Super Futter für die Plattentasche!

1. Radio Slave – Children Of The E Remixes (Running Back)

Gefühlt kein Monat vergeht, ohne dass ein furioses Radio Slave-Release den Dancefloor aufrollt. Kurz nach den „Bell Clap Hands“-Remixes von den Tuff City Kids auf Rekids kommen nun – die Parität muss schließlich gewahrt bleiben – die Remixes von „Children Of The E“ auf Running Back. Das Original erschien in zwei Versionen 2014 und war mit seinen Breakbeats eine mutige Hommage an die frühen Jungle-Tage. Die Remixes von KiNK und dem New Yorker Justin Van Der Volgen könnten nun nicht euphorischer ausfallen. Gerade KiNK bleibt sich sein Hitmaschinen-Image treu und bastelt einen extrem gut gelaunten Gipfelstürmer aus sich aufheizenden Rave-Tuschs, gebrochenen Beats und einem kolossalem Break. Toll auch der etwas begradigte Mix des ehemaligen !!!-Mitglieds Van Der Volgen, der das Ganze nach einer Late Night Trance Hommage von UR’s „Jupiter Jazz“ klingen lässt.