Fotos: Vitali Gelwich/SKYY Vodka

Die SKYY DIVERSITY-Fotostrecke feiert die Vielfalt im Nachtleben unabhängig von Herkunft, Sexualität und Geschlecht. Einer, der diese Vielfalt regelmäßig dokumentiert, ist Vitali Gelwich. Für den in Berlin lebenden Fotografen ist die SKYY DIVERSITY-Reihe Teil seiner persönlichen Lebenswelt. Er verleiht mit eindrucksvollen von der DJ Linnea Palmestal, dem CTM-Kurator und Boiler Room-Host Michail Stangl, dem Wiener Produzenten und Rapper Young Krillin sowie dem DJ und Radio-Moderatoren Lee Stuart der Vielfalt unserer Szene ein Gesicht. Im Interview erklärt er, was diese Vielfalt für ihn in seiner Arbeit ausmacht und zeigt uns eine Auswahl der Bilder aus der SKYY DIVERSITY-Fotostrecke. Die komplette Fotostrecke gibt es auf Instagram zu sehen und unter dem Hashtag #einegenerationweiter zu erforschen!

 


 

Mit der SKYY-DIVERSITY-Strecke hast du die Möglichkeit bekommen, Charaktere aus deinem persönlichen Umfeld fotogradieren zu können, die alle einen unterschiedlichen Background oder Herkunft haben. Was war für dich der ausschlaggebende Punkt, an der Produktion der SKYY-DIVERSITY-Fotostrecke mitzumachen?
SKYY Vodka hat mich mit seiner „Eine Generation Weiter“- Reihe überzeugt. Ich finde mich darin wieder, progressiv zu denken, zu arbeiten und zu leben. Das Tolle an der Umsetzung der SKYY-DIVERSITY-Fotostrecke war, dass ich mich einbringen konnte, meine Meinung geschätzt und meiner Kreativität Freiraum gegeben wurde. Vielen Leuten, die sonst nur im Background agieren, aber schon so viel geleistet und gerissen haben, konnte ich mit der Fotostrecke nun endlich ein Gesicht geben. Natürlich war es eine unglaubliche Anstrengung, so viele unterschiedliche Charaktere zu porträtieren, aber ich glaube, der Reiz bestand in der Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren.

Linnea Palmestal

Was bedeutet DIVERSITY für dich?
Diversity bedeutet für mich um die Ecke denken, Respekt und Liebe. Keiner ist perfekt, die Vielfalt der Menschen kann aber Perfektion schaffen und das eigene Leben bereichern. Geben und nehmen sozusagen.

Inwieweit ist das Thema DIVERSITY in deinem Umfeld/Freundeskreis relevant?
Diversity ist für mich allgegenwärtig. Jeder ist anders, und das zu verbinden ist meist auch Teil meiner Aufgabe als Fotograf. Jetzt mal ehrlich: Ohne diese Vielfalt macht der ganze Scheiß doch gar keinen Spaß! Ich mag es nicht, immer nur geradeaus zu fahren. Manchmal ist der Umweg viel schöner!

Michail Stangl

Die SKYY-DIVERSITY-Fotostrecke ist analog geshootet worden. Was ist das Besondere am analogen Fotografieren?
Zeitlosigkeit. Analoge Fotos haben immer eine besondere Art Magie und einen unvergleichbaren Ausdruck.

Was ist das Erste, was dir an einem Menschen auffällt? Allgemein und wenn du ihn fotografierst?
Ich versuche natürlich immer, sofort eine Verbindung zu meinem Gegenüber aufzubauen und zu entscheiden, wie er tickt. So kann man sagen, dass ich wohl zuerst seine Seele oder seinen Kern zu entdecken versuche. Es ist ein bisschen schwierig zu erklären bzw. hört sich vielleicht ein wenig zu romantisch an. Ich glaube, ich versuche einfach, in ihn hineinzuschauen, davon mache ich abhängig, wie ich ihn sehe bzw. inszeniere. Mir ist es wichtig, den Menschen zu verstehen. Wie er wirklich aussieht, wird dann nebensächlich.

Young Krillin

Woher nimmst du deine Inspiration? Gibt es andere Künstler – sei es aus der Kunst- oder auch Musikszene –, die dich inspirieren?
Für meine Inspiration schaue ich natürlich über den Tellerrand hinaus. Gerade bin ich sehr viel auf Social Media unterwegs, nutze das aber eher spontan als konsequent. Alles, was mich inspiriert, habe ich unterteilt. Somit kann ich jeglichen Content, der auf der Welt produziert wird, häppchenweise aufnehmen – sei es von Fotografen, Stylisten, Brands oder Agenturen. Auch wenn sich das absurd anhört: Ich mag es, bei der Inspirationssuche strukturiert vorzugehen. Unser Leben ist gerade unglaublich schnell, und es werden Unmengen an großartigem Content produziert, somit sehe ich fast täglich Neues. Durch meine verschiedensten Reisen, wie zuletzt nach L. A. und Mexico, werde ich natürlich durchweg neu von alltäglichen Dingen inspiriert, und meine Sinne explodieren regelrecht. Momentan versuche ich einfach, mein Leben dahin gehend auszurichten, dass es mich inspiriert. Das ist eine unglaublich interessante Vorstellung.

Inwieweit lässt du deinen eigenen Background in deine Arbeiten miteinfließen?
Meinen eigenen Background lasse ich manchmal bewusst wie auch unbewusst immer irgendwie mit einfließen. Meine Mutter hatte außer meinem Bruder und mich nicht viel. Ich glaube, ihrer Liebe habe ich es zu verdanken, dass aus mir doch etwas „Anständiges“ geworden ist. Aufgewachsen erst im Asylheim und dann in der Platte, hat meine Mutter gekämpft wie eine Löwin, um mir eine klassische Klavierausbildung sowie Sport zu ermöglichen. Während wir geschlafen haben, hat sie ihr Studium nachgeholt, da dies in Deutschland nicht anerkannt wurde. Tagsüber hat sie sich um uns gekümmert und auch noch als Pflegerin für behinderte Menschen gearbeitet. Ich glaube, wenn man nie viel hatte und sich alles hart erarbeiten musste, merkt man das bei jeder Produktion. Ruhm und Erfolg kommen einem nicht zuge ogen. Man muss dafür arbeiten und dafür bluten. Genauso wie Mama damals für uns.

Lee Stuart

Du arbeitest oft mit großen Brands zusammen. Wie behältst du dir deinen künstlerischen Freiraum und gehst trotzdem auf die Wünsche der Marken ein?
Man lernt, Jobs zu kategorisieren. Es kommt natürlich auch darauf an, wie sehr ich mir meinen Freiraum schaffen möchte. Viele Brands sind für meinen Input und meine Kreativität dankbar, andere wollen lieber ihr Konzept umsetzen. Das ist halt auch Teil des Jobs. Ich glaube, das Schönste ist es, bei einem Job sich bereits so einen Freiraum geschaffen zu haben, ohne ein Wort dazu sagen zu müssen.

Wie würdest du deine Bilder/deinen Stil beschreiben? Gibt es typische Merkmale für einen „Vitali Gelwich Shoot“?
Ich glaube, es ist noch zu früh, über typische Merkmale eines „Vitali Gelwich Shoot“ zu sprechen, schließlich entwickele ich gerade erst meinen eigenen Stil und meine eigene Bildsprache. Natürlich habe ich eine persönliche Vorliebe bzw. Vorstellung von Ästhetik, und diese setze ich dann natürlich so gut wie möglich um.