5. Staffan Linzatti – The Dynamic Dispatch (Field)

Dreifach-Vinyl-Album von Staffan Linzatti auf Field Records. Dem Schweden wird nicht zu unrecht eine stilistische Nähe zu klassischen Jeff Mills Sci-Fi-Technotracks nachgesagt. Obwohl Linzatti auf seinem Debutalbum wenig dafür tut, diesen Epigonen-Vorwurf zu entkräftigen, so macht er doch vieles richtig. Mit kühlen Bleeps, subtilen, spannungsgeladenen Soundscapes und kompakten Grooves schreitet er durch 20 Tracks, bei denen jeder für sich einen andere Aspekt dieses formell doch recht strengen Genres beleuchtet. Anders als sein ähnlich positionierter Kollege Tadeo verzichtet er auf einen zwingenden Dancefloor-Fokus und konzentriert sich voll auf die Magie der Klänge.

4. Baaz – Two (For You) (Office)

Wenn Bescheidenheit tatsächlich eine Zierde ist, dann dürfte sich die Musik des Berliners Baaz zu den erlesensten Schönheiten zählen. Bastian Völker hat mit seinen Produktionen auf seinem eigenen Label Office oder auch Slices of Life ein Understatement kultiviert, das dem traditionell risikoscheuen Genre US-inspirierter Deep House, dann doch irgendwie immer wieder etwas Besonderes abgewinnen kann. Auch auf Two (For You) gibt es vier gleichwertige Tracks zwischen freundlich groovendem House, dichtem Techno-House und pianogetragenem Ambient. Interessant für DJs sind vor allem „Ween Been“ und „The Friend“ – letzteres nicht viel mehr als einer dieser reduzierten, rollenden Grooves mit ein paar einzelnen verhangenen Chords, die ab einem gewissen Zeitpunkt im Prinzip ewig lang laufen könnten.

3. Morgan Geist – Megaprojects Two (Environ)

Die Begeisterung, die der New Yorker Morgan Geist vor über 15 Jahren mit seinem zusammen mit Darshan Jesrani betriebenen Metro Area Projekt auslöste, hallt natürlich selbst nach solch langer Zeit nach, wenn er sich alle Jubeljahre mal wieder dazu entschließt, eine neue Platte zu veröffentlichen. Megaprojects Two, der Nachfolger der vor zwei Jahren erschienenen ersten Platte der Serie, widmet sich architektonischen Großprojekten – die Musik selbst ist aber mit, wie Geist selbst sagt, „billigen kleinen Drum-Machines und verschmähten alten Synths“ produziert. Obwohl die vier Tracks jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen (vom elegant leichtfüßigen Deep House mit einprägsamer Bassline auf „Maniq Cinq“ zu dem heruntergepitchten Italo Disco auf „Fuzzy Detail“ und den verhältnismäßig schrofferen Vintage-Acid-Sound auf „OCGC“), bleibt sein untrügliches Gespür für den jeweiligen Charakter der Sounds evident. Nichts klingt hier zufällig oder ins Leere laufend, Morgan Geist hat es einfach immer noch drauf.

2. Cadans – 1 bar FU (Clone Basement Series)

Wenn Cadans eines beherrscht, dann ist es, mit seinen rauen Warehouse-Tracks eine äußerst lebendig anmutende Dynamik zu vermitteln. Der in London lebende Niederländer Jeroen Snik hat sein Techno-Alias in den vergangenen zwei Jahren vor allem mit Koop-Maxis mit Randomer und Tripeo lanciert, 1 bar FU ist seine erste Solo-EP seit Hollow Funk auf Wolfskuil vom vergangenen Jahr. Der Titeltrack spielt extrem geschickt mit einem ruhelosen Drum-Machine-Pattern und einem anfeuernden, kurzen Vocal-Sample – es ist eines dieser Tracks, die sofort eine bestimmte Energie auf dem Dancefloor vermitteln, der DJ muss hier gar nicht mehr groß mit arbeiten. Auch „Doninion“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, fährt aber etwas geradliniger in die Zielgerade.

1. Todd Terje feat. Det Gylne Triangel – Maskindans (Olsen)

„Maskidans“ war die zweite von nur insgesamt zwei Singles der norwegischen Synth-Pop Band Det Gylne Triangel von 1982. Dass Todd Terje Fan dieses so unterkühlten wie eingängigen New Wave Songs ist, dürfte wenig überraschen. Für seine Vorab-Single zu seinem im Herbst erscheinenden neuen Albums hat er „Maskindans“ ziemlich nah am Original nachgespielt, natürlich alles DJ-freundlich verlängert, Bass-mäßig aufgepimpt und durch den Terje-üblichen Synth-Park gefahren – außerdem konnte er den Det Gylne Triangel-Sänger Ola Ødegård dazu bewegen, im Studio die Vocals neu einzusingen. Das Ergebnis ist schon ein ziemlicher Hit, muss man sagen. „Maskindans“ klingt wie eine Mischung aus Grace Jones der „Warm Leatherette“-Phase und einem zickigen New Wave-Disco-Track, wie man ihn gerne wieder mal von Maurice Fulton hören würde. Gelungen auch der Erol Alkan-Remix, der die Vocals wie flüchtige Geisterstimmen über die rotierenden Arpeggios legt.