Foto mit freundlicher Genehmigung von Roman Flügel (Heiko M/S/O & Roman Flügel, Klangfabrik 1994)

Ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit um das Jahr 1992, als Heiko und ich uns kennenlernten. Der erste Delirium-Plattenladen hatte gerade in Frankfurt eröffnet, und Heiko arbeitete dort als Plattenverkäufer. Eigentlich sollte ich an der Uni sein. Aber die Magie, die von der Musik ausging, die in Zukunft unser Leben bestimmen sollte, war einfach zu stark. So führte mich der Weg mal wieder in den kleinen Shop neben der Zeil. Am Wochenende hatten wir sicherlich beide die Nacht zum Tag gemacht, und besonders ein Track ging mir einfach nicht mehr aus dem Ohr. Shazamen war Lichtjahre entfernt, was lag also näher, als ihn als Experten hinterm Tresen zu fragen? Alles, was ich ihm „vorsingen“ konnte, war ein Bassline Fragment. Es dauerte aber nur wenige Sekunden, bis Heiko klar war, um was es geht: Gesucht hatte ich die Classic Man-EP auf Nervous Records. M/S/O hatte das Ohr für House Music!


Stream: Roman Flügel vs. M/S/O – Make You Move

Rückblickend war das für mich ein unendlich wichtiger Moment, und nur kurze Zeit später lernten wir uns tatsächlich kennen, nachdem Jörn und ich Ata und Heiko unser erstes Demo als Acid Jesus vorstellten, und die beiden ganz aus dem Häuschen waren. Heikos Enthusiasmus, sein Gespür für Groove, seine Liebe zur TANZmusik, sei es Disco, Funk, House oder Techno, sein Lachen und sein Hüftschwung beim Auflegen waren immer wieder ansteckend und inspirierend. 1996 setzten wir uns zusammen in Jörns Klangfabrik-Studio und kamen am nächsten Tag mit der Aufnahme unserer „Make You Move“-12” für Ongaku wieder heraus. Wenn ich mir heute die Platte anhöre, höre ich unsere Begeisterung für den Sound der Zeit (die Stichworte sind Wild Pitch und Power House) und bin dankbar, dass ich diese Erfahrungen mit ihm gemeinsam machen konnte. Sein Name wird untrennbar verbunden bleiben mit den Labels Ongaku, Playhouse und Klang Elektronik. Labels, die unseren Alltag für fünfzehn Jahre bestimmen sollten. Eine Erfahrung, die von solcher Wichtigkeit war, dass alle Beteiligten über viele Jahre immer wieder gewillt waren, sich neu zusammen zu finden, für etwas Großes, Heiliges – Musik.