Foto: Kathrine Uldbæk Nielsen (Helena Hauff)

An Helena Hauff kommt seit einiger Zeit niemand vorbei, der sich mit dem aktuellen Techno-Geschehen auseinandersetzt. Ganz offensichtlich hat die ehemalige Resident des Golden Pudel Clubs in Hamburg einen Nerv getroffen, erspielte sie sich doch in den letzten Jahren einen festen Platz in den Line-ups der gefragtesten Clubs und Festivals. In ihren hochenergetischen Sets infiziert die Return To Disorder-Betreiberin schnellen Techno mit Electro, Acid, EBM und Industrial und schafft so eine kühle Soundästhetik, bei der es keinen Unterschied zwischen gestern und heute gibt. Wir haben das Reissue ihres ersten Longplayers A Tape über Dark Entries zum Anlass für ein Interview mit der Hamburgerin genommen – über Skype, darauf kann sich die sonst als computerscheu verschrieene Hauff mittlerweile einlassen. Ein Gespräch über das Auflegen, die Vor- und Nachteile von Vinyl und womit Clubs rechnen müssen, wenn sie Hauff das Set-Up vergurken.

 


 

Du meintest mal, dass du nicht mehr so richtig zufrieden mit deiner Musik bist, sobald sie erschienen ist. Wie kam es denn dazu, dass A Tape nochmal rauskam, war es damit anders?
Ich mag es total gerne! Das ist ganz lustig. Es stimmt auch nicht ganz, dass ich die Musik nicht mehr unbedingt mag. Das geht so in Wellen, dass ich etwas sehr gerne mag, und dann mag ich’s nicht mehr und dann kommt es raus und dann bin ich unzufrieden damit – und dann, ein Jahr später, mag ich es dann vielleicht auch wieder. A Tape ist tatsächlich eines meiner Lieblingsreleases geworden. Im Moment fühlt sich das zumindest so an.


Stream: Helena Hauff – btdr1123

Woran liegt das?
Vielleicht, weil ich es spontan veröffentlicht hab, ohne viel drüber nachzudenken. Die Anfrage von Handmade Birds (US-amerikanisches Label, auf dem A Tape 2015 erstveröffentlicht wurde, Anm. d. Red.) kam und ich hatte die Sachen wiedergefunden und dachte: „Och, die sind doch eigentlich gar nicht so schlecht, warum habe ich damit noch nie was gemacht?“ Und dann hab ich’s ihnen zugeschickt und einen Monat später kam das Tape heraus. Vielleicht ist es ganz gut, wenn man manchmal nicht so viel drüber nachdenkt.

Bist du denn immer noch so spontan?
Eigentlich schon. Das ist ja das Schöne an Kassetten, das kann relativ schnell veröffentlicht werden. Platten zu pressen dauert ja oft eine ganze Weile. Daher kommt es vielleicht auch, dass man in der Wartezeit vielleicht denkt: „Ach, vielleicht hätte ich doch den anderen Track auswählen sollen, vielleicht passt das irgendwie doch nicht zusammen.“