Foto: Marc Waldow (Marco Resmann), Marie Staggat (Steve Bug)

Zuerst erschienen in Groove 162 (September/Oktober 2016).

Steve Bug gehört für mich als DJ und Produzent immer noch zu den schillerndsten Figuren, die sich in der Szene bewegen. Das liegt wohl daran, dass ich ihm schon lange folge und ihn dadurch sehr gut einschätzen kann. Da ich selber so viel unterwegs bin und Familie habe, bleibt nämlich kaum Zeit zum privaten Ausgehen und Eindrückesammeln. Das erste Mal gehört habe ich ihn im Sternradio in Berlin. Da hat er damals seine Poker-Flat-Nächte gemacht. Die erste Platte auf Poker ja gleich ein Riesenhit. Zu der Zeit war ich öfter mal im Tresor und gefühlt aus jedem zweiten Auto auf dem Parkplatz wummerte diese Nummer. Auch von Raw Elements, seinem ersten Label, habe ich alles gekauft. Gerade während dieser Zeit hat er mich ungemein beeinflusst. Technisch wie musikalisch ist er sich immer treu geblieben und war einer der Ersten, die konsequent mit Timecode-Platten gespielt haben. Auch für ein Warm-up ist er sich nie zu schade gewesen. Spannungsbögen, wie er sie ziehen kann, vermisse ich heutzutage ein bisschen.


Stream: Steve Bug – Boiler Room Mix

Im Nachtleben sind wir uns dann immer mal wieder über den Weg gelaufen und inzwischen gut befreundet. Wir teilen eine Passion für Sport und sind regelmäßig zusammen Beachvolleyball spielen gegangen. DJs wie Alex Niggemann, Sandrino oder DJ T. waren auch oft mit dabei, denn wie es nun mal so ist mit DJs, haben die eben auch unter der Woche am Vormittag mal Zeit. Inzwischen sind wir aber aufs Klettern umgeschwenkt. Vor zwei Jahren hab ich mit ihm zusammen auf dem Watergate-Open-Air das Closing gemacht. Er war nicht so erpicht auf ein back-to-back, hat sich dann aber doch überreden lassen. Das fiel in die Zeit, als ich meine erste Platte auf Poker Flat veröffentlicht habe. Ungeachtet seiner Zweifel hat das von Anfang an richtig gut funktioniert und mich noch einmal darin bestärkt, warum ich ihn so schätze. Ziemlich zum Schluss hat er „Le Champagne“ von Trentemøller ausgepackt. Das Ding hatte ich ewig nicht mehr bei irgendjemandem gehört, gepasst hat es trotz meiner fragenden Blicke super. Klassiker dürfen ruhig öfters mal laufen.

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