Fotos: Ebru Yildiz (Matt Werth)

Zuerst erschienen in Groove 165 (März/April 2017).

Neben seinem Label RVNG Intl. betreibt der New Yorker Musiker Matt Werth seit 2009 die Plattform FRKWYS, die er selbst nicht als Label, sondern als Ort der Kollaboration versteht. Bis heute sind dort Zusammenarbeiten von Künstlern wie Blues Control und Laraaji, Robert Aiki Aubrey Lowe und Ariel Kalma oder das tiefgründige Buchla-Synthrauschen zwischen Kaitlyn Aurelia Smith und Suzanne Ciani erschienen. Stilistisch deckt FRKWYS ein Spektrum von Afrobeat über Country-Blues, Dub und Experimental bis hin zu Ambient ab. Groove sprach mit dem Familienvater, der auch als Manager von Holly Herndon tätig ist, über sein einmaliges Kollaborationslabel.

Hallo Matt, du beschreibst FRKWYS als „Musik-, Film- und Eventserie für generationsübergreifende Zusammenarbeiten“. Wie ist das zu verstehen?
Bei FRKWYS geht es zu 100 Prozent um Kollaborationen. Aber Kollaborationen, die nichts Laboratorisches haben. Das Label soll Möglichkeiten für Traumszenarios bieten und verhandelt „What If“-Situationen. Was kann passieren, wenn Künstler direkt aufeinandertreffen? Reibung oder Einigkeit? Zudem liebe ich es zu sehen, wie persönliche Beziehungen mit und aus Kollaborationen entstehen.

Wie kam es 2009 zum Labelstart mit der New Yorker Band Excepter?
Ich habe sie damals häufig live gesehen. Sie organisierten einen Industrialsound mit Relevanz. Ich wollte das mit Künstlern, deren Werk ich in ihrer Musik hörte, zusammenbringen. Deshalb habe ich Carter Tutti und J.G. Thirlwell um Remixe gebeten. Denn ihr Einfluss war spürbar. Das war das ursprüngliche Konzept von FRKWYS: Künstler nach Remixen von Musik zu fragen, auf die ihre eigene Musik einen erkennbaren Einfluss hat.

Aber das änderte sich.
Schnell kam mir der Gedanke: eine Livesituation zwischen zwei Künstlern mit Gemeinsamkeiten wäre der größere Remix.