Depeche Mode

Spirit (Sony)

„We have not evolved, we have no respect, we have lost control, we are going backwards“, singt Dave Gahan auf dem 14. Album von Depeche Mode. In der der Band eigenen Naivität prangert sie die gegenwärtige politische Situation an. Später geht es um „misguided leader“, den ausgehungerten „Poorman“. Allein die Frage bleibt: „Where is the revolution? Get on board, the engine is humming“. Dazu rattert ein Synthesizer als ziemlich doofe Metapher wie eine alte Dampflokomotive.

Dabei klingt Spirit gar nicht schlecht: Die Band trennte sich vom Producer Ben Hillier, der für die aufgemotzten Gitarrenklänge und den wabernden Sound der letzten drei Alben verantwortlich war. So klingen die neuen Tracks, die von James Ford (Simian Mobile Disco) produziert wurden, aufgeräumter, gelassener. An Martin Gores tolles Soloalbum von vor zwei Jahren reicht Spirit aber nicht heran. Einen einzigen, wirklich guten Song gibt es aber: im berührenden, zweieinhalbminütigen „Eternal“ besingt Gore mit seinem fragilen Tenor zu wabernden Orgeltönen seinen jüngsten Sohn.


Stream: Depeche Mode – Eternal