Bjarki

Б (Trip)

Ein Revival im engeren Sinne ist das eigentlich nicht. Die Neunziger bilden aber auf Bjarki R. Sigurdarsons Debütalbum Б eine deutliche Hintergrundfolie, die sich an manchen Stellen breit grinsend in den Vordergrund schiebt. So führt der Track „Here It Comes Can You Feel It 92 Hoover 2“ gleich zwei Referenzen im Titel: das Jahr 1992 und den Hoover-Effekt, von dem Bjarki reichlich Gebrauch macht, wie in den besten Tagen von R&S. Der isländische Produzent, der bisher noch nicht mit allzu vielen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam machte und zu den Hauskünstlern von Nina KravizTrip-Label zählt, will einerseits die reine Gegenwart von Rave und Techno noch einmal als Simulation auferstehen lassen, andererseits bewegt er sich in diesem als Triptychon angelegten Album besonders im zweiten und dritten Teil mit seinen Samples zwischen Club-Affirmation und reflektierter Abstraktion. Breakbeats gewinnen die Oberhand gegenüber dem gleichförmigen Pumpen, zum Teil als Verweis auf die Mitte der neunziger Jahre und ihre Drum’n’Bass-Revolution, mitunter sogar als Verneigung in Richtung IDM á la Aphex Twin. Bjarki bringt mit diesen Elementen eine Dringlichkeit hervor, die sich selbst ein wenig zu misstrauen scheint. Was das Ergebnis umso interessanter macht.

 


Stream: BjarkiHere It Comes Can You Feel It 92 Hoover 2