Skee Mask

Groove Podcast 50

 

Im Oktober 2014 fing es ganz unscheinbar an. Auf dem von den Zenker Brothers betriebenen Label Ilian Tape veröffentlichte der bis dato völlig unbekannter Produzent Skee Mask die EP Serum. Schlicht gestempelt und ohne viel Schnickschnack kam diese aus, ließ aber sofort aufhorchen. Skee Mask kanalisierte darauf die alte Chain Reaction-Schule durch den Lo-Fi-Filter, sättigte elegante Breakbeats mit dichten Dub- und Ambient-Flächen. Eine weitere EP folgte im letzten Jahr, nun steht das Debütalbum des Müncheners in den Crates. Shed liefert den Soundtrack für vernebelte Sonntagnachmittage genauso wie es stellenweise bestes Material für Dancefloors bietet, die auf Abenteuerlust aufgerichtet sind. Von schillerndem Ambient über Oldschool-Breaks bis hin zu muffigem Techno durchfahren die zwölf Tracks jede Menge Stile und Stimmungen. Für uns hat Skee Mask einen Mix aufgenommen, der die musikalische und atmosphärische Vielfalt von Shed widerspiegelt.

 


 

Von deinem Pseudonym angefangen bis hin zum Titel deines Debütalbums Shred ziehen sich Wintersportmetaphern durch dein Werk. Wie kommt es dazu – und was hat das eigentlich mit deiner Musik zu tun?
Ehrlich gesagt nicht viel, ich bin einfach kein großes Talent was Namen betrifft. Ich wollte mit dem Namen Skee Mask die Anonymität ein bisschen in den Vordergrund stellen, die Wintersportmetaphern bei Shred fand ich irgendwie passend. Die Alpen sind ja auch nicht weit weg von hier und ab und zu geh ich auch Snowboarden, das hat natürlich auch eine Rolle gespielt.

Wie überhaupt ist Shred entstanden? Hattest du von Anfang an die konkrete Idee für ein Album?
Es war eher eine längere Phase, in der ich mich ein bisschen von den (für mich) „üblichen Clubtracks“ entfernen wollte, keine einzelne Idee. Und da ich eigentlich ziemlich produktiv bin und fast jeden Tag etwas Neues fertig mache, häufen sich natürlich auch die Tracks mit der Zeit. Die Zenkers hatten mir auch zu der Zeit angeboten ein Album auf Ilian Tape zu machen, das hat dann ganz gut gepasst.

Wie hast du die Stücke für deinen Mix ausgesucht? Hattest du ein bestimmtes Konzept im Kopf?
Nicht wirklich, ich hab einfach versucht einen guten Mix aus Inspirationen fürs Album, Clubtracks die ich gerade spiele und eigenen Sachen hinzubekommen.

„Skee Mask would describe his DJ-Set variations as techno, ambient and mostly experimental, forward thinking“, heißt es in deiner Bio auf der Seite deines Labels Ilian Tape. Was bedeutet das aber für dich, musikalisch vorwärts zu denken? Beziehungsweise was zeichnet experimentelle (Club-)Musik für dich aus?
Musikalisch vorwärts zu denken bedeutet für mich auf jeden Fall nicht irgendetwas Neues zu erfinden; technisch gesehen bin ich auch ziemlich unwissend, deswegen wäre ich dazu gar nicht in der Lage. Musikalisch vorwärts zu denken bedeutet für mich beispielweise es zu schaffen einen Track nur mit 3 Elementen für 8 Minuten interessant zu machen. Oder wenn ein DJ-Set mehrere Genres und Einflüsse enthält und dadurch einen größeren Spannungsbogen erzeugt. Die Lieder, die ich mir auch gut zuhause oder unterwegs anhören kann sind für mich meistens auch experimentelle Club Musik. Dazu gehören Interpreten wie Jamal Moss, Vatican Shadow, Actress oder einige Leute auf Warp (Autechre, Boards Of Canada, Clark oder Aphex Twin). Derartige Tracks sind zwar alle auf ihre eigene Art speziell und manchmal schwer aufzulegen, aber wenn man sie im richtigen Moment spielt macht man sein DJ-Set dadurch viel erfrischender.

Wo und wie hast du den Mix aufgenommen?
Der Mix ist ein Zusammenschnitt aus einem DJ-Set und separaten Tracks (hauptsächlich Ambient), die ich auf Ableton hinzugefügt hab. Das Ganze hab ich bei mir zuhause gemacht.

Wo kann man dich demnächst an den Decks erleben?
Diesen Samstag bin ich im Concrete Club in Paris, eine Woche später bei der Aerger Crew in Leipzig (shoutout an Leibniz). Und am 27. leg ich im Cafe Glocksee in Hannover auf.

 

Download (MP3, 320 kBit/s, 60:00 Min., 138 MB)

01. Scanner – RF Radiation
02. Javier Hernando- Bruma Caustica
03. All – Logopedie 99
04. Stasis – So-lar
05. Moody Boyz – Pygmy Song (Velcro City Version)
06. Conceiled Project – Untitled
07. Skee Mask – Untitled
08. Funksta – The Groover
09. Andres Zacco – Beighty
10. UVB – Salvation
11. Boss – Depka Rulez
12. Skee Mask – Japan Air
13. CWA – Day of Riddance (Dario Zenker Remix)
14. Baby Ford – Dead Eye
15. e-Dancer – The Dream
16. Skee Mask – Shred 08
17. Ñaka Ñaka – Oli
18. Dalhous – Function Curve
19. William Basinski – The Deluge (The Denouement)
20. Melanin 9 – White Russian (feat. Roc Marciano)