Alex Smoke

Love Over Will (R&S)

 

Ein Track passt auch in zweieinhalb Minuten, vermittelt Alex Smoke auf diesem Album. Komplett mit Intro, freistehendem Gesang, diversen Rhythmus-Parts. Der Glasgower hatte mit den EPs „Green Man“ und „Dust“ für R&S bereits die Basis erarbeitet: Während er für Optimo noch lichterne Househymnen übers Motherboard fegt, stimuliert Alex Menzies mit Love Over Will die entlegenen Keller des Unbewussten. In „Dire Need“ klingt er wie Dave Gahan auf substanzinduzierter Psychose. Denn Tracks wie „Astar Mara“ und „Fall Out“ schließen sich der Wir-sind-eingeheimnisvoller-Stamm-Ästhetik von Depeche Mode zu Black Celebration-Zeiten an. Viel Arbeit setzt Menzies daran, seine Stimme wie das matte Zentralgestirn einer Klanggalaxie zu inszenieren. Er vervielfältigt sie, pitcht die Vocal-Doubles, lässt ihre Tonhöhen abschmieren. Manchmal macht er sogar zuviel, dann klingt der Sänger Alex Smoke unangenehm aufgegeilt statt einfach nur enthemmt. Wobei der Sehnsuchtsort seiner Freiheitsmessage allezeit ein animistisches Utopia ist – ein Gaia, in dem wir alle nackt sein dürfen. Love Over Will ist ein Entwurf von großer Stärke, eine im Nu wiedererkannte Klangästhetik als Angebot für den Hörer und DJ. Wenn Alex Menzies’ Love Over Will konsequent fortführt, dann ist eine DJ-Tools-EP für die Popcharts schon in Arbeit. Schon das explizite Cover von Love Over Will gibt es auf Anfrage auch verpixelt.


Stream: Alex SmokeManacles