PETRE INSPIRESCU Vin Ploile (Mule Musiq)

Mit Rhadoo und Raresh gehört Petre Inspirescu zu einer Clique rumänischer DJs, die den Afterhour-House der frühen Nullerjahre sehr entschieden und glaubwürdig weiterverfolgten. Die drei gingen besonders vom Ricardo Villalobos-Ansatz aus, und entwickelten einen filigraneren, schwebenden Stil, der die Zeit anzuhalten schien. Die fleißigsten Produzenten sind sie aber alle nicht, sie schienen Probleme zu haben, als Producer einen roten Faden zu finden. Inspirescu entwickelte ab 2009 ein Albumformat, bei dem er vertrackte Groove-Konstruktionen mit den Klangfet- zen akustischer Instrumente verband und eine Poesie einsamer, melancholischer, verlorener Zustände entwickelte. Auf seinem dritten Album, Vin Ploile, macht er nun einen großen Schritt: Er verzichtet auf die House-Grooves. Meistens steuern die Bässe die Tracks. HiHats und Percussions setzen nur winzige rhythmi- sche Markierungen. Bei den Pianos oder Gitarren ist kaum zu entscheiden, ob es sich um Samples oder Eigenkompositionen handelt. Mal klingen die Melodien wie leichter Jazz, Reggae oder Elevator Music, wie eine Art von Ambient-Samba. Hübsch, aber auch ein wenig spannungslos und beliebig. Wie für Villalobos ist für Inspirescu die House Music Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit anderen Musikrichtungen. Inspirescu lässt hier die Cluberfahrung entschiedener hinter sich als Villalobos, gleichzeitig stellt er (im Gegensatz zu Villalobos Moderner Klassik) weniger konkrete, clubfremde Bezugspunkte her. Es geht nicht um eine Synthese des Clubbings mit einem Außen. Das Leben in den Grooves soll an einem anderen Ort (einer Finca vielleicht), mit anderem Klangmaterial umgesetzt werden. Die Riffs und Töne sind wie Strandgut, das von einem erschöpften Verstand mal mehr, mal weniger zu Tracks geformt wird. Inspirescu sucht dabei keine neuartigen Klänge, diese Tracks haben eher eine existenzielle als eine stilistische Message.


Stream: Petre InspirescuVin Ploile