DOWNLOAD Chikiss – Pop-Kultur 2015 Podcast

Einen Einblick in die wenig bekannte Welt des elektronischen Untergrunds in Russland will Galina Ozeran alias Galya Chikiss mit diesem Mix bieten, den sie für das diese Woche erstmals stattfindende Pop-Kultur Festival in Berlin aufgenommen hat. Denn diese Musik hat es verdient, gehört zu werden, findet die Musikerin, die in Weißrussland geboren wurde und im russischen St. Petersburg ihre ersten künstlerischen Schritte unternommen hat. Dort spielte sie zuerst in einer Punkband namens Nervenklinik, bevor sie sich vor allem ihrem aktuellen Projekt Chikiss widmete. Der elektronische Pop, den Ozeran unter diesem Namen macht, hat Ecken und Kanten und ist durch die konsequente Do-It-Yourself-Haltung der Künstlerin geprägt. Nebenbei nutzt Ozeran die Aufmerksamkeit, die sie inzwischen auch international genießt, um die elektronische Musik ihres Heimatlandes bekannter zu machen. Am Mittwoch, den 26. August 2015, teilt sie sich die Pop-Kultur-Bühne in der Panorama Bar unter anderem mit Inga Copeland und Lapalux.

 

Galina, dein Mix besteht fast ausschließlich aus Stücken von Musikern und Produzenten der elektronischen Musik aus Russland. Wie hast du die Stücke ausgesucht?

Ich hatte viel Musik von Freunden und Bekannten aus Russland zur Verfügung. Die meisten von ihnen stammen aus dem elektronischen Untergrund, und selbst in ihrem Heimatland kennt sie kaum niemand, geschweige denn im Ausland. Die meisten wissen auch immer noch nicht, was sie mit ihrer Musik anfangen. Manche denken natürlich nicht darüber nach. Sie haben ihre eigenen Labels, wie Dopefish Family aus Sibiren (Decoder, Calendula und Silverboy), Full of Nothing (Love Cult) aus der Republik Karelien oder Incompetence in Moskau, bei dem Künstler wie Interchain und Igor Maximilian veröffentlichen. Manche konnten sich schon einen Namen machen und kleine Erfolge feiern.

Aber meine Idee war, dass es diese Musik verdient hat gehört zu werden. Ich kenne mich in der modernen russischen Szene wahrscheinlich besser aus als ihr in Deutschland, deshalb soll der Mix über sie informieren. Und natürlich coole Musik enthalten. Ich habe so etwas ähnliches schon einmal Anfang diesen Jahres gemacht, mit der Compilation She Knows More Than She Thinks für das amerikanische Label Not Not Fun, auf der nur elektronische Musikerinnen aus Russland und der Ukraine vertreten waren. Dieser Mix ist so etwas wie die Fortsetzung davon.

Wie hast du den Mix aufgenommen?

Ich erstelle fast alle meine Mixtapes auf die selbe Weise, mit einer iPhone-App namens edjing. Normalerweise denke ich nicht viel über die Auswahl der Stücke nach, das geschieht intuitiv. Das wichtigste ist die Atmosphäre!

Du wirst beim Pop-Kultur Festival am Mittwochabend neben Künstlern wie Inga Copeland und Lapalux auftreten. Was erwartest du von dem Festival?

Es ist schwer vorherzusagen was mich dort erwartet. Ich bin gerade erst aus Russland nach Europa umgezogen und fange hier bei Null an. Natürlich habe ich Erwartungen und es ist fein, dass einer meiner ersten Auftritte in Deutschland im Berghain stattfindet. Ich erhoffe mir, dass ich danach mehr Möglichkeiten erhalte, einen guten Kontext für meine Arbeit finden kann und mir meine eigene Nische schaffen kann.

 


 

Download (MP3, 320 kBit/s, 56:35 Min., 130 MB)

1. Alexander Zaitsev – Do Not Think Run Away
2. Chaos Sense Delight – Нам нужно абсолютно всё
3. Decoder – Untitled 112
4. Календула – Календула 1
5. Творожное озеро – Акварель
6. SC – Iridium l
7. 4 Позиции Бруно – Весна
8. Delicate Features – Birds Near River
9. Silverboy – Winds Of Love
10. Curd Lake’s Magic – Young Rain In Long Hairs
11. Igor Maximilian & Limp – Insatiable (Like The Fire Do I Glow)
12. Vladimir Vernadsky – My Land
13. Milky Toad plays „Autumn“ by Chikiss
14. Мох – Степь
15. Supervitisse – Nobody Sees
16. The Misterious Town Of Oak Hill – Everything Is Fine (feat. Tom Buck)
17. Love Cult – This Good
18. Interchain – Working Class
19. Bat Bitch – You Are Not Going
20. Hmot – Waves Winds
21. Alexander Dubrovin – Wind Chimes