BEATPORT Zahlungen an Labels eingefroren

Die Online-Plattform Beatport hat mehrere Labels in einer E-Mail darüber informiert, dass sie die Einnahmen aus MP3-Verkäufen des zweiten Quartals 2015 vorerst nicht an die Plattenfirmen auszahlen kann. In der Mitteilung, die von mehreren Labelbetreibern öffentlich gemacht wurde, verspricht Beatport die ausstehenden Zahlungen „in wenigen Wochen“ nachzuholen.

Als Begründung nennt der nach eigenen Angaben „größte Download-Shop für DJs“ die Bemühungen des Inhabers und EDM-Moguls Robert F. X. Sillerman, die Aktien der Beatport-Mutterfirma SFX Entertainment wieder von der Börse zu nehmen. Sillerman möchte den Konzern, zu dem neben Beatport vor allem Veranstalter großer Festivals in den USA und Europa (z.B. Tomorrowland, Nature One, Mayday) gehören, re-privatisieren und dazu alle im Umlauf befindlichen Anteile zurückkaufen. Dadurch seien die Beatport-Einnahmen, die den Labels zustehen, derzeit „gefangen“, wie es in der E-Mail heißt. Für das vergangene Jahr gab SFX Entertainment einen Verlust von rund 130 Millionen Dollar an.

 

„Dear XXX,

Since inception over 10 years ago Beatport has paid almost $200,000,000 to its label partners. Beatport’s parent company, SFX, is currently involved in a ‚going private‘ process that has trapped certain earned label payments. This process will be coming to an end in the next few weeks, at which time all payments will be able to be made. Beatport prides itself on being the broadest and original friend of the makers of electronic music and will clear this one time obstacle very shortly.

In the meantime, feel free to contact your label manager with any questions. Thank you for your patience and continued support.

– The Beatport Team“

 

Die ausstehenden Zahlungen an die Labels wären eigentlich am 30. Juni fällig gewesen, und decken die Einnahmen aus MP3-Verkäufen der Monate April bis Juni 2015 ab. Wie das britische Branchen-Magazin Music Week berichtet, sind von dem Zahlungsaufschub vor allem unabhängige Labels betroffen. Bei den Major-Labels seien die Einnahmen dagegen eingetroffen. Vor allem kleine Labels, die oft zu großen Teilen von den Verkäufen auf Beatport abhängig sind, könnten durch den verspäteten Eingang der Gelder in finanzielle Schwierigkeiten kommen.

Viele Künstler und Plattenfirmen-Betreiber reagierten deshalb auch in den sozialen Medien verärgert über die Beatport-Mitteilung und deren Formulierung. Morgan Geist, Mitglied von Metro Area und Chef des Labels Environ, teilte den Mitteilungstext auf Facebook und kommentierte sarkastisch: „Das Wort ‚Entschuldigung‘ kann ich dieser Mail nicht finden.“ The Black Madonna schrieb auf Twitter: „[…] Kleine Firmen sind davon abhängig, dass regelmässig Geld von den Händlern herein kommt. Man sollte sich darauf verlassen können, dass eine Firma dieser Größe [wie Beatport, d. Red.] ihre Rechnungen bezahlen kann, wenn sie einen so großen Teil des Marktes beherrscht.“