Als Mathias Modica und Jonas Imbery, der vor zwei Jahren ausgestiegen ist, ihr Label vor 15 Jahren in München gründeten, konnten sie noch nicht wissen, dass Gomma zu einer der stilprägenden Inspirationen für die weitere Entwicklung werden würde. Rund 160 Veröffentlichungen später ist ein Punkt erreicht, an dem höchstens James Murphys Imprint DFA, übrigens das jüngere der beiden Labels, ein ähnlich ambitioniertes Profil vorweisen kann. Was Ambition in diesem Fall heißt? Modica geht es um ein Zusammendenken von Strömungen, die dem Mainstream, unter gegenwärtigen Bedingungen der Stadion-Techno des EDM und durch inflationären Gebrauch zur Massenware degradierter Deephouse, die Stirn zu bieten bzw. eine Richtung vorzugeben in der Lage sind. Der Gefahr, damit normativ zu wirken, begegnet er mit einer inhaltlichen Offenheit, die einem umfassenderen Kunstbegriff entstammt. Daher bündelt Pop Futuro jüngere und ältere Veröffentlichungen paradoxerweise zum Zweck der Diversifizierung – Highlights: melancholischer Disco-House von Moullinex, Hotlane mit angewavtem Synthpop, Mercurys grandioses „Candlelight“ mit Robert Owens, Munks „Deceiver“, zudem Mixe von Hot Chip, Metronomy und Daniel Avery. Mehr als eine gelungene Labelschau.

 


Stream: WhoMadeWhoTV Friend (Hot Chip Version)