Sprechen wir von den psychedelischen Qualitäten von Musik meinen wir meist harmonische Verwirrspiele, Effektüberfluss oder durchgeknallte Gesamtkonzepte. Selten, fast nie eigentlich, geht es um Rhythmen. Dabei können doch gerade die uns in Trancezustände versetzen. Als einer der jüngeren Außenposten der conexión chilena trägt Cómeme das als unausgesprochene Philosophie mit jedem Release aufs Neue vor. Auch der vierte Teil der 2012 initiierten Compilation-Reihe One Night In Cómeme spart nicht mit bewusstseinserweiternden Rhythmen. Zehn Cómeme-Acts und affine Geister präsentieren Original- und Remix-Material. Herausragend gestalten vor allem Barnts Neubearbeitung von Philipp Gorbachevs „Silver Symphony“, Matias Aguayos „Drum Mix“ von Lena Willikens „Howlin‘ Lupus“ sowie die Neubearbeitung von Ana Helders verträumt-abgründigem „Track Con Flute“ durch Borusiade alias Miruna Boruzescu. Aber auch die straighteren Beiträge, allen voran rRoxymores „D-Memory“, entfalten ihre ganz eigene Magie maßgeblich durch ihre rhythmische Experimentierfreude, die durch ungewohnte Klangelemente ins beste Licht gerückt werden. One Night In Cómeme Vol. 4 ist eine erstaunlich stringente Compilation von zehn wagemutigen Stücken, die auf eigenartige Art und Weise psychedelische Effekte triggern.

 


Stream: DiverseOne Night In Cómeme Vol. 4