Worriedaboutsatan fielen bisher durch facettenreiche Electronica mit viel Tiefe auf, die sich zwar schon immer eher mehr für Deepness und Gespür für Sound interessierte als für seichte Melodik, aber trotzdem immer noch eher leichtfüßig den Kopf über Wasser zu halten schien. Auf Even Temper, ihrem zweiten Album, gehen Thomas Ragsdale und Gavin Miller nun aber komplett auf Tauchstation und verstecken ihre Melodien zunehmend in verhallten, aber hochgradig massiven Soundwänden aus Echos, Chords und Vocals. Da fällt einem am ehesten noch Andy Stott als Vergleich ein, was nicht erst seit dessem letzten Album eines der größten Komplimente sein sollte. Melodien erschließen sich hier mal durch die Subbässe, mal durch die Vocals und Flächen, ordnen sich aber immer dem großen Ganzen unter. Dabei entstehen wahnsinnig tolle, epische Tracks zwischen Dub, Electronica und subtilen Rave-Reminiszenzen, die ihre Größe aus einem sehr subtilen Pathos zu ziehen scheinen, wie das mächtige „Sleep Of The Foolish“ oder dem verschwommenen Dub-Traum „Jaki“. Das funktioniert auch hervorragend mit Vocals, wie Morgan Viscontys Stimme auf dem fast schon poppige swingenden „MV Joyita“ beweist. Ein großer Wurf der beiden Herren aus Leeds, mit dem zumindest ich so nicht gerechnet hatte.

 


Stream: WorriedaboutsatanEven Temper