2013 veröffentlichte Bryan Müller sein Debütalbum Self Therapy und erntete dafür verdientermaßen viel Aufmerksamkeit. Vermutlich wird es ihn nicht wenig genervt haben, dass ein Gutteil dieser Wahrnehmung auf der Erregung über seine Jugend beruhte und nicht auf einer angemessenen Würdigung seines großartigen und vielschichtigen Albums. Sei’s drum, letztendlich war der damit einhergehende Erfolg verdient, egal, wie viel Anteil die Schnappatmung eines gewissen Klientels daran hatte. Und damit auch bloß keine Beruhigung in die Rezeptions-Reihen kommt, schlägt Müller mit seinem neuen Album einen zackigen Haken und unterläuft sämtliche Erwartungen, die ihm bereits den Post-Step-Stempel auf die Stirn gedrückt haben. Puffer ist ein Ambient-Album, egal, was das Label oder sonst wer darüber erzählen mögen. Natürlich finden sich hier auch ein paar Beats, aber sie fordern nicht, knallen nicht, wollen nicht betanzt werden. Klar, im richtigen Moment können einige Stücke von Puffer zu Highlights eines DJ-Sets werden, wenn weniger mal wieder mehr ist, und Dekonstruktivismus und Actress nicht im Fremdwörterlexikon nachgeschlagen werden müssen. Aber überwiegend wird dieses zweite und ebenfalls wieder tolle Album des Münchners in Wohnzimmern und Bars erklingen.

 


Stream: SCNTSTPuffer