Prosumer hat diesen Mix für Fabric so entwickelt wie ein Set für irgendeinen Club, erzählt der inzwischen in Schottland lebende DJ: Er hat Platten ausgewählt, von denen er meinte, dass sie dort hinpassen – Platten, die er neuerdings entdeckt hat und ein paar Evergreens. Aber eine Sache war anders: die Enten vor seinem Fenster waren a tough crowd to read. Prosumer überrascht und erstaunt, er ist mal komplex und ungreifbar, mal billig und ratternd, mal auf gänzlich unerwartete Weise klassisch schön. Er überrascht und erstaunt mit dem kleinteiligem, rutschigen, nervösen Funk von George Acosta & Erick Paredes, mit Tribal-Dadaismus von Kaptein Kaliber, mit Synth-Eskalationen von The Traxxman, verführerisch schönem New-Jersey-House von Linkwood, entrückter Sentimentalität von Axel Boman und wunderbarem, alles überstrahlendem Disco von Tommy McGee & E.R.A. Er liebt Tracks, in denen die Brüchigkeit der Grooves die Schönheit der Melodien intensiviert. Prosumer macht deutlich, dass der aktuelle Blick auf Neunziger-House unter dem Vorzeichen eines Funktionalitäts- und Gefälligkeitsimperativs steht. Das ist nicht per se schlecht, gibt der Beziehung zwischen DJ und Publikum aber doch klare Vorzeichen. Irritationsmomente sind weitgehend ausgeschlossen. Die meisten Mixalben und Podcasts im Bereich von House und Techno verbinden eher Geläufiges auf eine konsequente Weise, als dass sie einen an unbekannte Orte führen. Prosumer lässt sich nicht ins Ghetto nerdiger Spezialmusik verweisen. Ebenso interessiert es ihn nicht, stilistische Entwicklungen durch Wiederholung zu konsolidieren. Und das wollen auch die Enten nicht hören.