Fast jede Neuerscheinung wird von einem Text zur deren Hintergrund begleitet. Mal sind solche Zettel nötig, mal nicht. Auch Cease To Matter, das neuste Rhythmuskunstwerk im uferlosen Œu­v­re von Burnt Friedman hat einen. Der erzählt direkt und metaphorisch viel zu den elf Stücken, die der Berliner mit dem Poeten Daniel Dodd-Ellis aufnahm. Aber nichts davon ist wichtig für das was wir hören. Die Musik wirkt enorm ohne dass wir wissen welche Geisteszustände sie formte, mit welchen philosophischen Gedanken sie korrespondiert und welche Tricks zur Produktion genutzt wurden. Ein Album, das wunderbar zum Namen des Labels passt auf dem es erscheint. Es besetzt Nichtorte, nimmt sie aber nie völlig ein. Die Spoken-Word-Poesie von Dodd-Ellis ist fragmentarisch und lässt Gedankenspiele zu ohne sie zu diktieren. Rhythmisch und im Raum zwischen den Klängen ist Friedman ohnehin über jede Materie erhaben. Seine detailreiche Musik schwebt, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Gekoppelt an die Stimme seines Freundes verbreitet sie Unendlichkeit in knappen meist zwei bis dreiminütigen Rahmen. Was dort verdichtet wird, ist auch bei Künstlern wie Ricardo Villalobos und Max Loderbauer zu spüren – zwei Jungs, die fast nie Infobroschüren verteilen.

 


Video: Burnt Friedman w/ Daniel Dodd-EllisSkies Okay Blue