Wer bei Google oder anderen einschlägigen Plattformen nach Moiré sucht, dem wird immer wieder der Begriff ‚Fragment’ begegnen. Aber trotz der ebenfalls auftauchenden Verweise auf seinen Londoner Kollegen Actress ist Moirés Fragmenthaftigkeit Lichtjahre von dessen kurz vor der Implosion stehenden, dünnhäutigen Entwürfen entfernt. Moiré setzt Abstraktion und Sezierung nicht zur Erzeugung von Härte, zur Bebilderung einer bedrohlichen, abzulehnenden Welt ein, sondern eher mit gegenteiligem Effekt – trotz Melancholie strahlt seine Musik Versöhnlichkeit und Zufriedenheit aus. Auf Shelter finden sich nun überwiegend Stücke, die von 99 % aller Club-DJs leider stirnrunzelnd beiseite gelassen werden dürften, allein „Dali House“ mit seinen erotisch aufgeladenen Vocals von Bones sollte es in die Kisten oder Dateien von einigen mutigen DJs schaffen. Was wieder einmal sehr schade ist, denn Moirés Tracks in einem Set zusammen mit Greymatter, Martyn, Tom Demac, Glimpse, den aktuellen Platten von Lurka, iO Sounds und verwandt-rumpeliger Post-Bass-Music könnten so manche festgefahrenen Hör- und Auflegeroutinen wach küssen.

 


Stream: MoiréNo Gravity