Der Tollste an dieser tollen Platte (bzw. Klanginstallation) ist ihr Untertitel: Musik für Kulturinstutitionen. Denn die Kultutrinstitutionsthaftigkeit ist wirklich das Einzige, was man an diesen Bläser-Modulationen doof finden könnte. Dabei sind sie für die Veranstaltungsreihe Doofe Musik im tollen Berliner HKW entstanden – und Voigts Untertitel ist auch ein subtiler Hinweis darauf, dass niemals die Musik selbst doof ist, sondern höchstens ein bestimmter Umgang mit ihr. Dass Voigt weiterhin aus scheinbar genrefremden Klangquellen gelungene Minimal-Music machen kann ist wahrlich kein Geheimnis. Gerade das Techno-geschulte Ohr wird auch an dieser groß angelegten Rückverzauberung Freude finden, denn wenn sein Label von „programmatischer Langeweile“ spricht, untertreibt es geradezu maßlos: Voigt moduliert seinen monochromen Klangkörper unentwegt und schafft einen – Zitat Voigt – narkotischen Groove. Seine Aufnahme beruft sich dabei auf das eigene Oeuvre, wie es zugleich Erinnerungen aufkommen lässt – etwa an Manuel Göttschings fast schon legendäres Album E2-E4. Aber eben beatbefreit und mit Blasinstrumenten, was ja höchstens auf den ersten Blick einen Clash der Kulturen bedeutet.