Todd Osborn ist auf Running Back mit gleich zwei neuen Releases vertreten: neben „Put Your Weight On It“ erscheint eine Maxi mit fünf als DJ-Werkzeuge gedachten Grooves auf Running Backs Sublabel Bonus Beats. „Put Your Weight On It“ ist eine reiche, vielfältige Platte, die Gespür für den kulturgeschichtlichen Kontext bestimmter Clubsounds hat. Der Titeltrack kommt in einem Frankfurt- und einem Chicago-Mix. Der Frankfurt-Mix nimmt den ravigen, leicht trancigen Acid-Sound des Harthouse-Labels auf und erzeugt genau jenes umfassende, umhüllende Gefühl, dass einem damals so mitriss. Der Chicago-Mix ist mit krachenden, jackenden Snaredrums ebenso stilsicher, aber weniger überraschend – vielleicht, weil dieser Sound ohnehin präsenter ist. „Market“ und „Medium“ setzen ganz woanders an, sind aber nicht weniger präzise und originell: sie verarbeiten obskure 80er-Synthipop-Sounds zu Clubtracks. Bei den „T-Rhythm Trax Volume 1“ kommen solche Bedeutungsunterscheide kaum zum Tragen. Es sind fünf nackte Beats ohne Anfang und Ende, ohne Hooklines. Mix-Material, offen genug, um mit anderen Elementen gemischt zu werden. Beim wippenden, freudigen „Beat A“ steht eine bauchige Tom-Drum im Zentrum, beim aufgekratzten, hitzigen „Beat B“ aufbrausende Snaredrums und Hi-Hats. „Beat C“ hat eine quäkende Ein-Ton-Bassline, die so gut ist, dass das Stück als eigenständiger Track funktioniert. Das wüste „Beatapella“ baut einen Groove aus einem Vocal-Schnipsel, beim „Itshousetrumental“ schnattern zwei Bass-Figuren aufeinander ein.