Text: Sebastian Weiß, Fotos: Camille Blake

A wie Atonal Festival

Von „Mr. Tresor“ Dimitri Hegemann 1982 gegründet, präsentierte das Festival bis 1990 nicht nur eine Auswahl innovativer, progressiver und zumeist revolutionärer Musik, sondern galt mit frühen Performances von 808 State, Einstürzende Neubauten und Jeff Mills als Vorreiter bei der Korrespondenz von industriell-geprägter Noise-Musik und Clubkultur. 2013 feierte das Atonal im Kraftwerk in Berlin-Mitte mit Auftritten von Juan Atkins, Voices From The Lake und Jon Hassell seine gelungene Wiedergeburt.

 

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B wie Berliner Publikum

Zum Atonal kamen auch in diesem Jahr zahlreiche internationale Gäste, was aber beim multi-kulturellen Schmelztiegel, den Berlin hin und wieder ausmacht, aber kaum verwundert. Auffällig war jedoch sowohl die Bandbreite der Gäste – jung und alt, Szene und Neulinge, von Raver über Punks bis hin zum hippen Gesindel – als auch der hoch respektvolle Umgang miteinander und mit den durchaus herausfordernden Künstlern. Gerade beim Eröffnungskonzert war es mucksmäuschenstill – für Berliner Verhältnisse beinahe schon ein Novum.

C wie Cabaret Voltaire

Was für Berlin gilt, trifft natürlich auch auf so gut wie jedes Festival zu: Man kann nicht immer bei allem dabei sein. So erkläre ich jedenfalls mal mein Fernbleiben. Trotzdem wurde der Auftritt von Cabaret Voltaire, oder sagen wir lieber Richard H. Kirk, ist er doch das einzig verbliebene Bandmitglied, natürlich mit großer Vorfreude erwartet. Könnte man auch Headliner schimpfen, wenn man will. Wie es nun war? Glaubt man den subjektiven Feedbacks von Dortgewesenen, so schwankt die Response von herber Enttäuschung über „klang nach Moby“ bis hin zu nostalgischer Schwärmerei. Anyone?

 

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D wie Donato Dozzy

Gibt es natürlich nicht, aber der Italiener entwickelt sich möglicherweise zu einem inoffiziellen Atonal-Resident. Nachdem Donato Scaramuzzi bereits im letzten Jahr mit seinem Partner Neel als Voices From The Lake für einen Höhepunkt sorgte, war die Live-Weltpremiere von Aquaplano Sessions, dem gemeinsamen Album mit Nuel, am Freitagabend ein atmosphärischer Monolith. Irgendwo zwischen Dub und Ambient entwickelte ihr Set eine sakrale Aura mit Schamanen-ähnlicher Rhythmik, die mit all ihren Details immer noch nachhallt. (Bild v. links: Nuel, Donato Dozzy)

E wie Eröffnung

Das Eröffnungskonzert war der insgeheime Coup des Festivals. Bereits in den 60er- und 70er-Jahren ein Pionier, finden auch die Veranstalter, dass Steve Reich als Vorreiter der Minimal Music so etwas wie der Papa der Clubkultur ist. Nach dem Setup von vier Bongo-Paaren, auf denen vier Musiker den ersten Teil von Reichs „Drumming“ wiedergaben, führte das Frankfurter Ensemble Modern „Music For 18 Musicals“ auf. Mit Violinen, Klarinetten, Pianos, Marimbas, Cello sowie vier Frauenstimmen entfaltete das Meisterwerk alsbald seine hypnotische Wirkung. Loops, Patterns, Phasing – alles nicht nur ohne Elektronik, sondern als Quelle für das gesamte Festival.

 

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F wie Französisches Quintett

Gemeint ist das Pariser Kollektiv DSCRD (sprich: Discordance), das bereits mit Releases auf Stroboscopic Artefacts und dem spannenden Label Dement3d mit ihrer ganz eigenen Art von Techno für Aufsehen sorgte. Ihre letzte EP greift nicht nur das Gedankengut von Michel Foucault auf, die fünf Herren bevorzugen einen offenen, freigeistigen Prozess – sowohl live als auch auf ihren Produktionen. Ihr Set war eine Überraschung in Sachen Abstraktion, wo zwar in den Zwischenräumen Andeutung von Industrial, Techno, Dub und Drone zu finden waren, doch gerade als Einheit waren die 60 Minuten zutiefst einnehmend.

G wie Geblitztdings

Alle haben Strobo, ist ja klar. Wäre demnach natürlich Quatsch davon zu sprechen, dass der Tresor für die Lichtblitze bekannt ist. Dennoch wird man im hier noch immer irgendwie am krassesten geblitztdingst.

H wie Heizkraftwerk

Das stillgelegte Heizkraftwerk ist nicht nur Teil vom Tresor, sondern in seiner Erscheinung einzigartig. Fette Beton-Säulen, meterhohe Decken und dieses industrielle Flair versprühen eine düstre, sakrale Mächtigkeit. Man kommt sich vor wie im Museum, andauernd starrt man nach oben, versucht die Größe einzufangen. Ein großes Kompliment dafür, dass die Betreiber diesen Ort nicht mit allzu viel Events ausschlachten. Trotzdem ist die Location beim Atonal irgendwie der geheime Star.

I wie Ice Bucket Challenge

Ohne Frage ist die Spenden-Kampagne zur Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aktuell der virale Hit im Netz. Während des Festivals war zumindest mein Facebook-Stream voll mit A- bis Z-Promis, die sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gossen. Alles für den guten Zweck natürlich. Auf dem Atonal wurde dieser noblen Form der Wasserverschwendung jedoch nicht gefrönt.

 

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J wie Junk Food

Die gängige Handbrotzeit fehlte beim Atonal genauso wie zahlreiche „Festival-Klassiker“. Dafür wusste das Streetfood mit japanischen Pancakes, Ice Cream Sandwiches, einer kulinarischen Auswahl an Kuchen und Bananenbrot andere Akzente zu setzen. Muss also nicht immer Fritten und Pizza sein – und die Preise waren ebenfalls fair.

K wie Konsum

Irgendwie schon ein schreckliches Wort, denkt man doch gleich an Adorno und seinen Aufsatz „Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug“. Sei es drum, das Atonal bietet jedenfalls keine allzu leichte musikalische Kost an. Die Intention ist es, sowohl audiovisuelle Experimente mit elektronischer Klangkunst zwischen Techno, Ambient, Industrial und Noise zu präsentieren, die sich eben besser in einem alten Kraftwerk als auf der gemütlichen Couch zu Hause macht.

 

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L wie Live

Ob mit Laptop, analogem Arsenal oder eine Mischung aus beiden Welten – so eindeutig fassen kann man den Begriff „live“ in all den Ausprägungen elektronischer Musik immer noch eher schwerlich. Großartig waren jedoch die Sets von Stanislav Tolkachev und LADA (Dash Rush & Lars Hemmerling). Persönlich zwar nicht erlebt, aber sowohl Vessel (Bild) als auch das Duo Ninos Du Brasil mit ihrer brasilianischen Percussion und der Melange aus Samba, House und Hardcore haben Eindruck hinterlassen. Eher schwach war hingegen das Set der New Yorker Legende Adam X als ADMX-71.

 

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M wie Murcof

Die große Enttäuschung des Festivals. Während Insider noch heute von seiner audiovisuellen Show im letzten Jahr schwärmen, war das Raumklangsystem 4DSOUND ein etwas unspektakuläres Unterfangen. Der gebürtige Mexikaner ließ ein minimales Stück vom Laptop abspielen, während sich der Sound zwischen 16 Säulen bewegte und plastisch wahrnehmbar sein sollte. Vor einer drückenden Funktion One zu stehen, verursacht mehr Gänsehaut.

N wie Nächstes Jahr

Macht natürlich wenig Sinn bereits in das kommende Jahr zu schauen, doch hinter den Kulissen werden sicherlich schon erste Überlegungen getroffen. Das Atonal sollte weiterhin auf die ganz großen Namen verzichten, da dieses Festival mit seinem Nischen-Potpourri genau die richtige Mischung der aktuellen Sound/Noise-Entwicklungen abbildet. Naja, zwei Wünsche von meiner Seite gibt es dann doch für 2015: Video-Künstler Chris Cunningham und Aphex Twin.

 

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O wie OHM

Das ehemalige Shift mimte beim Atonal Festival eine Art zweiten Floor, gerade während im Tresor nach den Performances im Kraftwerk die After-Partys stiegen, bot das OHM mit unter anderem dem Sendai Soundsystem (Bild) oder Marcellis eine interessante Abwechslung.

 

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P wie Parsec

Eine der eindrucksvollsten Installationen war „Parsec“ von Joris Strijbos und Daan Johan. Auf der zweiten Ebene des Kraftwerks bewegten sich in einem tiefen Raum 16 identisch rotierende Stahl-Arme, an denen jeweils Lichter befestigt waren. Durch die Rotation der Konstruktion wurde nicht nur ein Schwarm-evozierender, maschineller Sound produziert, die Lichter sorgten bei längerer Betrachtung für eine hypnotische Erfahrung, die einen regelrecht in Trance versetzen konnte.

Q wie Querverweise

Assoziationen sind natürlich unendlich, hier eine Auswahl: Berghain, wegen der massiven Treppe als Eingang zum „Floor“. Warehouse-Spirit, wegen des übermächtigen Komplexes. Post-Punk, wegen der zahlreichen Verweise unter anderem von Ike Yard. Avantgarde, wegen Steve Reich und dem Nischen-Programm.

R wie Rave

Wenn überhaupt, dann wurde lediglich auf den Aftershows das Tanzbein geschwungen. Da jedoch auf dem Tresor-Floor (immer noch und schon wieder) ganz ungeniert Fotos und Videos gedreht wurden, entstand nicht wirklich ein Wir-Kreisen-Jetzt-Mal-Alle-Gemeinsam-Aus-Feeling. Freitagnacht wusste vor allen Dingen Mischa, Klammer auf Hardwax Klammer zu, mit einem schön treibenden und stampfenden Set zu überzeugen.

S wie SHXCXCHCXSH

Ihr wisst schon, dieses Duos, dessen Name jeder nur copy-und-pasted. Mit ihrem intensiven Gothic-Techno haben sie dem Label Avian nicht nur eines der kohärentesten Alben des letzten Jahres geschenkt, sondern natürlich die Frage aufkommen lassen, ob das auch live funktioniert. Ja, funktioniert. Selbst wenn ihre Noise-getränkte Härte nicht den gängigen Floor-Regeln entspricht, lässt sich zu den morbiden Sounds trotzdem tanzen. Dass die beiden Schweden in für Boxer bekannten Umhängen aufgetreten sind, gehört wohl zur Show. Underground Resistance everywhere.

T wie Tim Hecker

Mit etwas Verspätung, dafür aber mit einer erschreckend stimmigen Performance darf das Quasi-Abschlusskonzert des Kanadiers durchaus als Highlight durchgehen. Ambient ist das in meinen Augen nicht, dafür drückten sich die Sub-Bässe zu heftig in die Magengrube. Heckers Musik bestand aus sich aufschaukelnden Chords, die sich in Kombination mit der Größe des Kraftwerks tatsächlich als Kathedralen-Elektronik entpuppte. Dass während der 60 Minuten sowohl Visuals als auch Scheinwerfer aus blieben, war eine gute Entscheidung.

U wie UF

Samuel Kerridge und eine Hälfte von Oake spielten am letzten Festivaltag ihre gemeinsame Weltpremiere als UF. Hämmernde Rhythmen, schwarz-weiße Visuals, die sich morphend miteinander in einen Dialog begaben und furztrockener Noise, der sich mit ordentlich Bass als Distortion-Urgewalt demaskierte – ein Sounddesign der rabiaten, doch schlichtweg mitreißenden Art.

 

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V wie Visuals

Über der Bühne im Kraftwerk hing eine riesige Leinwand, auf der zu beinahe jedem Set Visuals liefen. Warum die Wand ein wenig zu weit links hing, darf als penible Korinthen-Kackerei-Frage abgeheftet werden. Zumeist blieben die Darbietungen jedoch unter den Maßstäbe setzenden Visualisierungen vom letzten Jahr zurück. Große Ausnahme soll das apokalyptische Endzeit-Szenario von Milton Bradleys „End Of All Existence“ gewesen sein.

W wie Workshops

Neben dem musikalischen Portfolio bot das Festival mit Workshops, Seminaren und Vorfrührungen von Dokumentationen (wie etwa „I Dream Of Wires“ über die Geschichte modularer Synthesizer) ein wenn auch kleines, doch feines Nebenprogramm. Neben der Ableton-Session mit Jesse Abayomi über die Arbeitsweise mit Field Recordings aus dem Kraftwerk, wäre die Podiumsdiskussion „Das Berlin-Detroit Experiment“ mit Dimitri Hegemann, Alec Empire und Max Dax sicherlich ein Besuch wert gewesen.

 

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X wie Xylophon

Das Holz-Instrument und mehr oder minder einzige X-Wort, das mir zum Atonal Festival eingefallen ist, kam beim Eröffnungskonzert von „Music for 18 Musicians“ zum Einsatz. Yeah!

Y wie Yoga

Brachial war vielleicht die eine oder andere Performance, die Besucher hingegen haben es sich im beton-kalten Kraftwerk regelrecht gemütlich gemacht. Mitgebrachte Sitzkissen, Decken und sogar Hängematten wurde genutzt, um trotz fehlendem Chillout-Bereich ein bisschen Entspannung in das noisige Treiben zu bringen. Keine schlechte Idee für das kommende Jahr.

Z wie Zuletzt

Die Quintessenz vom Atonal 2014 fällt positiv aus. Gerade mit den zahlreichen Weltpremieren konnten die vier Tage einige Überraschungen präsentieren, die jenseits von der Clubkultur ablaufen. Trotz einiger Enttäuschungen konnte das Festival nicht nur ein überaus konsistenten Line-up präsentieren, sondern konnte im Gegensatz zum CTM Festival auch ohne übergeordnetes Thema zahlreiche Denkanstöße bieten. Wir freuen uns auf 2015.

  • Janina

    Feine Meinungsmache!
    Weil du etwas nicht mochtest, musst du etwas schlecht machen, obwohl die Tanzfläche überfüllt war, die Leute sich dem etwas anderen Sound hingegeben haben, um dann lange für das Set zu applaudieren.
    Das ist widerliches Meckernutznießertum! Lass doch einfach weg, wenn dir etwas nicht gefallen hat. Aber hör auf Namen um dich zu schmeißen, damit die in deinem Artikel stehen. Hör auf deine Meinung auf einen ganzen Abend zu stülpen und das auch noch zu verbreiten, jeder der da war, diese eine Stunde genossen hat und das mitgenommen hat, wird nun in deinen Topf geschmissen von unzfriedenen Besuchern; und der Künstler wird nun für jeden, der nicht da war und der deinen in 5 Minuten zusammengekritzelten Text mit nutzlosen unsinnigen Verweisen wie der Ice Bucket Challenge lesen wird als der Live Act abgespeichert werden, der eher schwach war an dem Abend!
    Schrecklich schwach ist deine Wahrnehmung und deine Art Namen zu nennen, nur um sie genannt zu haben und sie dann schlecht zu machen.

    Ich fand ADMX-71 sehr spannend, wie oft kriegt man Breakbeats im Tresor zu hören? Ich fand die Aftershow generell sehr gelungen, vom Dj am Anfang bis zum freaky Live-Act am Schluss.

    Vielleicht hättest du dich ein wenig länger an deinen Bericht setzen sollen. Vielleicht auch nicht unbedingt in diesen Bericht von Acts erzählen, die du gar nicht mitbekommen hast und nur von Freunden erzählt bekommen, wie die waren. Aber scheiss drauf, wenn man einen Artikel online stellen kann der eher schwach ist!

  • Kai

    Ich habe den Shitstorm auf Facebook verfolgt und finde das einfach nur lächerlich. Sebastian fand das Set eben schwach, so what? Muss ein Adam X nicht da drüber stehen??? Leute der Typ ist seit 20 Jahren in derSzene und lässt sich derart herablassend über einen Journalisten aus, der einfach nur seine Meinung äußerst – ich finde das super peinlich und finde, dass Adam X mal darüber nachdenken sollte, wenn das Booker etc. sehen, vielleicht hat er deswegen nur mickrige 6000 Fans auf Facebook. Das letzte Set von Adam X im Berghain fand ich btw super langweilig und wenn ich das nicht toll fand, dann stirbt doch auch keiner.

    @Janina: Meinungsmache? Haha, lass mal die Kirche im Dorf. Und über einen ganzen Abend stülpen ist natürlich auch Bullshit, es ist doch nur eine Einzelmeinung. Ich finde die Aufregung krass bescheuert und zeigt doch nur, dass es in der elektronischen Musik einfach keine richtigen Communitys mehr gibt. Schade, aber wohl der lauf der dinge. peace!

  • Janina

    Und genau hier haben wir die passiv-aggressive Haltung, die jetzt so dermaßen in ist. Und dann wird auch mit so super hippen Wörtern wie Shitstorm rumgeworfen.
    Also die richtige Reaktion ist, jemanden, der Kritik äußert nicht kritisieren zu dürfen aus was bitte? Nobler Haltung heraus, deutet es nicht viel größere Arroganz und Eigenverliebtheit an, wenn genau das nicht am Gemüt von jemandem kratzt? Also Künstler sollen sich auf ganz unintelligente Weise runterputzen lassen, weil der Schreiber entweder nicht die nötigen Skills oder die nötige Muse hatte zu schreiben, was eigentlich so schwach war?
    Und dann kommt so jemand hinzu, der sich über Likes bei Facebook auslässt und sich hinstellt und amüsiert darüber herablassend lächelt, und genau diese Art mit etwas umzugehen, das eben eine Reaktion hervorgerufen hat, die nicht einfach das typische Maulhalten und schlucken ist, das muss dann als Shitstorm bezeichnet werden und der „Journalist“ fühlt sich dann arg angegriffen. Dabei hätte man es ja einfach herablassend belächeln können?

    Ganz klar noch einmal für dich: Niemand hat ein Problem damit, dass hier Kritik geäußert wird, das Problem liegt genau in seiner und deiner Art zu schreiben, diese herablassende, ich schreib schnell mal 5 Zeilen, alle wissen schon was ich meine, ich bin so sau cool Schreibweise ist kein Journalismus. Namen um sich zu schmeißen, um sie dann schlecht zu machen mit drei Wörtern, ist auch kein Journalismus, das ist was in dieser Szene gerade nur noch vorherrscht: meckriges Nutznießertum!

    Du kannst deine Scheiss Kirche übrigens behalten, man ey lernt doch endlich mal aufzuhören mit diesen ganzen Floskeln. Keine Communities, da lach ich mir auch eins, nur weil du keine Verbindungen siehst, sind sie noch lange nicht verschwunden.

    Und ja voll der Bullshit, wenn ich in einem Miniabsatz schreibe, dass die einen großartig waren, kannst du dir überhaupt auf der Zunge zergehen lassen, was das Wort für eine Bedeutung hat?, dann die anderen ganz sicher mal gesehen werden müssen, obwohl man nicht weiß wie die waren und dann die Legende, die war ja voll schwach. Schwach und großartig in zehn Zeilen. Wenn man nicht weiß, was deutsche Sprache macht, sollte man sie nicht benutzen.
    Übrigens das mit der Legende ist nun auch bei jedem Onlinemagazin einmal abgetippt worden.

    Und die Kritik von Adam und seinen, achso wenigen Fans, die auch alle keine Meinung haben dürfen, weil das ja beleidigend ist, ist einfach nur die Wortwahl. Und was diese für Auswirkungen haben kann.

    Schafft doch selber mal was!
    Macht was Positives!
    Hört auf euch mit euerm Meckern auf andere Rücken zu stellen!
    Sendet mal ein bisschen Niceness in den Äther!
    Kann so einfach sein!

  • Dieter K.

    Ich habe die ganze Debatte gerade gesehen und muss sagen, dass ich Adam X nicht verstehe. Herr Weiß schreibt in seinem Kommentar sogar, dass er seine Meinung hätte begründen sollen. Und trotzdem beleidigt ihn Adam X. Damit kann ich diesen Typen nicht mehr respektieren. Der Journalismus in Deutschland ist sowieso schon recht meinungsarm und wenn gleich jeder so ein Fass aufmacht wegen einem Wort, dann gute Nacht Journalismus.

  • Kai

    @Janina:

    Deine Aggressivität ist aber besser? Likes sind heute leider zu einer Ware geworden, das kann dir jeder DJ bestätigen, vielleicht ist das bei Adam X anders, aber ist eigentlich auch egal. Die Art und Weise wie du und andere abgehen und ausfallend werden, zeigt doch wie bescheuert diese ganze Geschichte ist. Und wenn jedes Magazin ihn als Legende bezeichnet, dann ist er vielleicht auch eine, darüber schon mal nachgedacht.

    Und da du ja heftig stolz auf diese leere Phrase Nutznießertum bist, lass dir gesagt sein, dass Magazine und Künstler gegenseitig von einander abhängig sind. Das das zu schlimmen Fällen führen kann wie bei der De:Bug ist letztlich auch schlecht für die Künstler und DJs. Sie wollen Ihr Zeug ja promoten und geben eine Menge Geld aus, Magazine wie die Groove überbringen diese Nachrichten zu einem Publikum, das der Künstler nicht immer von alleine erreichen würde. Ich halte das alles für ziemlich armselig und mal zu diesem Punkt: Ich kaufe mir sicherlich die neue Ausgabe der Groove, aber nicht das neue Album von Adam X. Der Typ hat für mich verkackt und sollte sich eindeutig besser benehmen.

  • Janina

    Meine Aggressivität, bitte unterstreiche mir Beispiele, bei denen ich dich oder Sebastian Weiß persönlich angreife oder aggressiv ausfallend werde.
    Die Wortwahl „Der Typ“ ist also keinerlei beleidigend?

    Lieber Dieter, was an diesem Artikel ist deiner Meinung nach tiefgreifender sachlicher Journalismus und nicht einfach nur eine Meinung von jemandem?

    Vielleicht haben wir drei oder besser 5 Menschen verschiedene Auffassungen wie Journalismus funktionieren sollte.
    Ihr vertretet die Seite, dass es nur um Meinungen geht, die niedergeschrieben werden sollen, ich vertrete, die Auffassung, das man in einem Magazin etwas mit mehr Inhalt lesen möchte und nur bedingt die Meinung des Autors, und wenn dann doch bitte, da wir hier beim Schreiben sind etwas ausführlicher. Ich verstehe einfach nicht, warum ich es für ok befinden soll, wenn jemand einfach nur sagt, finde ich scheisse. Punkt.

    Entschuldige, aber auch bei letzterem habe ich irgendwie eine andere Auffassung, Magazine sollten nicht die Künstler promoten, von denen sie Geld erhalten, sie sollten die Musik promoten, die sie geil finden. Und bei de:bug hatte ich immer das Gefühl, dort geschieht genau dieses und bei de:bug habe ich auch das Gefühl, dass es am Ende immer schwieriger wurde, genau wegen diesen Idealen. Und nun genau zu diesen Idealen. Ein Künstler macht Musik nicht weil er von einem Magazin gehyped werden möchte, die meisten machen Musik, weil sie gar nicht anders können und dies als ihre Berufung wählen. Dass man damit Geld verdienen möchte, was man seine Berufung nennt, ist bestimmt auch bei dir angekommen. Dass man auf dem Weg Geld zu verdienen Umwege gehen muss und Promotion immer wichtiger wird, ist ein zunehmendes Übel der Musikindustrie und keine gegenseitige Abhängigkeit.

    Wo sind die Fanzines? Wo die Artikel von Menschen, die die Musik lieben und mehr Muse haben als so ein ABC zu kritzeln, was dann oben drein auch noch Themen beinhaltet, die überhaupt nichts mit dem Atonal zu tun hatten. (Wurden die für die Googlesuchmaschine eingesetzt?)

    Ich bin weder aggressiv, noch habe ich dich oder irgendjemanden beschimpft.
    Ich sage genau wie du und andere nur, was meine Meinung ist.

    Und ich applaudiere dir für deinen letzten Satz. Alle bitte immer leise schlucken, wenn euch etwas nicht passt. BENEHMT EUCH! hahaha bitte, wenn du auf derartige Art und Weise über Musik urteilst, kann es dem Musiker nur recht sein, dich nicht als Zuhörer zu haben!

    So und nun denke ich ist dieses Thema durch.

    Das Atonal war dieses Jahr wieder eins meiner Lieblingsmomente und ich hoffe, es kann nächstes Jahr mithalten und mich nochmal mit genialer, vielfältiger Musik, wahnsinnigen Visuals, tollen Installationen, interessanten Lectures und leckerem Essen, sowie einem sehr angenehmen Publikum überraschen, so wie dises Jahr.

  • Peter Kunert

    Also ich war auch bei der Show im Tresor und habe mir alle Sets von Anfang bis Ende angehört. Und was auch immer Sebastian Weis mit „schwach“ meint, aber ganz so Unrecht hat er nicht, auch ich fande das Set von Adam X ziemlich trocken und schon monoton. Irgendwie hat der mir zuviel Breaks eingemischt und das ständige Arm in die Luft, die Leute haben dann natürlich gejubelt war mir persönlich echt ein wenig zu langweilig. Aber bevor mich Adam X jetzt als Penner und Wichset beschimpft, halte ich mal leiber schnell die Fresse.

  • Merowinger

    So schwach wie seine Reaktion kann sein Set gar nicht gewesen sein.

  • Jan R.

    Diesen Bericht mit dem A bis Z finde ich richtig gut, und im Gegensatz zu anderen eher schlechten Berichten von der Groove ist das wirklich mal etwas Neues und sollte häufiger passieren. Und zu dieser ganzen Geschichte mit dem Shitstorm: Mir alles vollkommen schnuppe, ich war nicht dort und weiß das schon genau einzuschätzen, es ist halt nur eine Meinung von vielen. Das Adm X denkt, dass nun alle glauben er war schwach, dann glaubt er wohl nicht wirklich daran, dass wir uns alle auch selbst bilden können. Schon eine Enttäuschung.

  • superpunk

    wie kann man sich nur über Journalismus aufregen? Journalismus war und ist schon immer die pure Meinungsmache gewesen und uach ein Journlist der gut rechachiert hat, hat nicht unbedingt den Anspruch objektiv und wertfrei zu sein. Geht das überhaupt? Nicht mal in den trockensten wissenchaftlichen Aufsätzen ist das der Fall. Das ist Sprache. Das ist Deutsch. Somit hat der Journalist und Künstler das bekommen, was heute schwer zu gnerieren ist: Aufmerksamkeit: von jenen die ihm Recht geben und von jenen die das alles gnaz arg schrecklich und furchtbar finden. Somit hat der Journalist als Mitarbeiter der Musikindustrie seine Aufgabe erfüllt: Je mehr Leute sich aufregen, je höher die Aufmerksamkeit und somit die Leser, Platten und Konzertkartenkäufer. Ein kleiner Schwenk: die Bücher welche Marcel Reich Ranicki zerissen (zu recht oder unrecht) hat sind auf der Spiegelbestsellerliste gelandet.
    Oder: Der Shitstorm über dem armen Markus Lanz: Harald Schmidt meinte dazu zu recht: Er bekommt sein Geld nicht dafür eine gute Show oder Figur zu machen, sondern seinen Kopf in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und diese Öffentlichkeit kann dicht tragen und zertrampeln. Harald Schmidt führte im weitern aus seiner ersten Job hat er nicht bekommen, weil er gut war, sondern weil der Intendant ein Puffer für zwei sehr gegensätzliche Kaberetisten gebraucht hat. Es geht also vieleicht auch um Talent, sondern auch darum ob du das aushälst, ob du damit klar kommst, wenn dein Name wie die Sau durchs Dorf getrienben wird. Wenn du an die Öffentlichkeit gehts musst du damit rechnen, dass da passiert, selbst wenn du Spenden für die Ärmsten der Armen sammelst wird es mit hoher Warscheinlichkeit einen geben, der auf der verlogenen deutschen Selbstbetroffenheit abarbeitet. Es gibt ein Markt dafür wir lesen es. Wir finden es geil, wenn Boris in der Besenkammer fickt und wir regen uns auf, wenn der Künstler dessen Platte wir gut finden zerissen werden.

    Ganz am Rande gibt es vieleicht noch sowas wie ein Presseehrenkodex oder so was, nun wenn man nach England kuckt weiss man wie tief die Presse fallen kann. Dagegen ist Bild Qualitätsjournalismus.
    Ein Musikjournalist hat mal gesagt er zerreist von einem nicht näher benannten Künstler keine Platten, weil er weiss, dass dieser Depressionen hat. Die Frage ist dann aber auch, ob man sich der Öffentlichkeit aussetzen soll, wenn man mit der Öffentlichkeit nicht umgehen kann. Im Positiven wie Negativen.

    Desweiteren empfehle ich das ein oder andere Hotzecomic, besonders jene wo Udo und Hotze für die Kritiker Musikmachen und wieder und wieder zerissen werden…..
    Letzendlich geht es hier um Musik. Eigenlich gar nicht. Es ist gelabbere und gesabbere über Musik…

    P.s: Georg Kreisler: der Musikritiker

    P.P.S: Ich kann den Vorwurf von Prince schon nachvollziehen, wenn er meint, dass man als Musikjournalist doch schon auch ein Instrument spielen sollen könnte, weil man das ja nachvollziehen können sollte, worüber man schreibt…und wenn man nicht mal weiss, was eine Triangel ist, wie soll man dann Musik beurteilen können?