Die italienischen Produzenten Luciano Ermondi und Paolo Mazzacani haben als Tempelhof bereits 2013 ein Album auf Hell Yeah veröffentlicht. Etwas länger im Geschäft ist ihr Landsmann Gigi Masin, sein Debütalbum Wind erschien 1986 und zählt zu den gesuchten Raritäten aus der Frühzeit der elektronischen Musik. Künstler wie Björk oder To Rococo Rot haben sich mit Samples an den opulenten Klanglandschaften des auch als Radio-DJ und Regisseur einflussreichen Multitalents bedient. Selbst aus der momentanen Hochkonjunktur für Ambientalben sticht diese Gemeinschaftsproduktion deutlich heraus: Sensationell unaufgeregt etablieren die zehn Stücke (elf auf der CD-Ausgabe für den japanischen Markt) einen Fluss selbstverständlicher Eleganz, der Staunen macht. Ob mit oder ohne Beats: Nahezu perfekt, wie die reiche akustische Instrumentierung – deren Basis stets das Piano ist, dazu kommen Slidegitarre, Schlagzeug, Streicher, oder auch mal ein Saxofon – organisch in die elektronische Produktion eingebettet wurde. Erik Satie ist für diese Musik genauso wichtig wie Ennio Morricone oder Vangelis, Stimmen tauchen dagegen fast nur in der Ferne auf. Obwohl ein Track wie „Interstellar Bop“ seine Nähe zum Fusion Jazz nicht verbirgt, wirkt hier alles so, als könnte es nicht anders sein. Eine außergewöhnliche Klangschönheit in Cinemascope vom Anfang bis zum Ende.

 


Stream: Tempelhof & Gigi MasinHoshi LP (Snippets)