Heißt anders, klingt auch ein wenig anders, aber doch: Näher wird man einem neuen Album von Telefon Tel Aviv nicht kommen. Move To Pain ist das erste Album, das Joshua Eustis seit dem Tod seines Bandkollegen Charlie Cooper 2009 veröffentlicht. Der Großteil dieser Platte, deren Rohmaterial schon einige Jahre alt ist, wäre laut Eustis auch auf Wunsch des verstorbenen Cooper die Basis des nächsten Albums der Band geworden. Das hört man, und doch ist nun alles anders. Nach weiteren Schicksalsschlägen – sein Vater erkrankte an Krebs – ist Move To Pain tatsächlich ein richtiger Befreiungsschlag für Eustis, der Trauer, Wut und eine gewisse Euphorie des Weitermachens bündelt. Und das klingt gar nicht mal so dark, wie sein Macher es beschwört, sondern melancholisch und energetisch, inklusive dreier reinrassiger Italo-Floorfiller wie etwa dem Titeltrack. „A Strange Sound“ ist ein eindeutiger Telefon Tel Aviv-Moment in Rohfassung, der wie auch die restlichen Tracks eigenwillig unangepasst, fast trotzig gebaut und gemischt wirkt, ohne jemals seinen Anmut zu verlieren. In 33 rauschenden Schweigeminuten brodelt alles synthetisch sanft dem Ende zu. Wenn nur alle symbolischen Alben so gut klingen würden.

 


Stream: Songs Of MagdaleneMove To Pain