Joey Anderson stammt aus Jersey City bei New York. Mit DJ Qu und Jus-Ed teilt er eine Nachtlebenvergangenheit, die bis in die Neunziger und die Sound Factory mit DJs wie Junior Vasquez reicht. Anderson war Tänzer, später Tanzlehrer. Als Musiker ist er erst seit 2012 aktiv, hatte mit „3200 B.C. House Dancer“ und „Earth Calls“ zwei außergewöhnliche Hits. Seine Housetracks sind verhalten, reduziert, ganz und gar bei sich. Anderson setzt selten Hi-Hats und Snaredrums ein. So wird nie ganz deutlich, welche Richtung der Groove einschlägt. Seine Stücke erinnern an Musik von Theo Parrish und Moodymann, haben aber nicht deren Melancholie. Bei Anderson geht es eher um die Augenblicke, in denen der eigene Körper so sehr mit der Musik harmoniert, dass ein schwebendes, entrücktes Moment entsteht. Auf seinem Debütalbum setzt er anders an: Die freigestellten Sounds sind technoider, derber, unberechenbarer. Weil sie nicht vom Drumming und den übrigen Elementen aufgefangen werden, haben sie etwas Manisches, erinnern an Produktionen von Redshape. Anderson stellt oft unwahrscheinliche Verbindungen her, etwa zwischen einer weirden Synth-Figur und einem süßlichen Piano. Er zielt nicht auf formale Konsistenz, sondern auf emotionalen Ausdruck. Wie aus einem Drumloop und aus zwei oder drei Sounds eine Gefühlswelt entsteht, erinnert an die Musik seines Helden Larry Heard. Die Magie liegt zwischen den Klängen. After Forever überträgt die Clubenergie in den Alltag, und Andersons eigenes, privates Körpergefühl in den Club.

 


Stream: Joey AndersonAfter Forever (Album Preview)