Foto: Neda Rajabi

Ende März bekam Alex Niggemann die Gelegenheit, die Tanzfläche im Berliner Club Watergate von Mitternacht bis fünf Uhr morgens ganz alleine zu bespielen. Niggemann, der nach eigenen Angaben sehr gerne das Warm-up für sich selbst übernimmt, beschloss das Set zu dokumentieren und stellte uns die Aufnahme exklusiv als Stream zur Verfügung (s.u.). Wir wollten zudem natürlich wissen, wie es zu dem Gig kam und welche Pläne für neue Veröffentlichungen er auf seinem Stammlabel Poker Flat und bei seinem eigenen Label AEON in der Tasche hat.

 

Alex, du hast Ende März im Watergate ein Fünf-Stunden-Set gespielt. Kommt es öfter vor, dass du so lange am Stück auflegst und wie kam es in dieser Nacht dazu?

Es kommt in der Regel nicht so häufig vor, also zumindest nicht geplant. Es passiert schon mal, dass ich zum Ende einer Party hin etwas länger spiele als angedacht – aber auch nicht unbedingt zwei bis drei Stunden! Diese fünf Stunden waren mehr oder weniger geplant. Ich hatte bei den Jungs vom Watergate schon mal anklingen lassen, dass ich auch gerne meine eigenes Warm-up spiele. Dass sie dann so schnell Ernst machen, war dann schon etwas überraschend. Mal gucken, vielleicht werden es nächstes Mal sechs oder sieben Stunden. (lacht)

Wie unterscheidet sich die Vorbereitung auf solch ein langes Set von einem zweistündigen Auftritt? Was ist dabei die größte Herausforderung für dich?

Die Vorbereitung ist definitiv eine komplett andere, wenn ich selbst mein eigener Warm-up-DJ bin. Das ist für mich eine besondere Gelegenheit die Leute fünf Stunden lang auf eine Reise zu schicken, ohne dass diese unterbrochen wird. Wenn jemand anderes für dich das Warm-up spielt, weisst du nicht, welche Art von Musik er wie spielt. Langsam und ruhig, schnell und ruhig, hart aber langsam, melancholisch aber treibend oder einfach deep: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und nicht immer bilden diese die perfekte Symbiose zum eigenen Set.

Normalerweise gibt es einen Tag in der Woche an dem ich Promos und Neuheiten höre und diese nach Genre oder möglichen Play-Zeiten für meine Gigs kategorisiere. Was ich dann davon spiele, entscheide ich spontan. Dieses Mal habe ich mich drei Tage lang damit beschäftigt, mich durch meine komplette Musiksammlung zu hören, um auch die Inspiration zu bekommen, in welche Richtung ich mein Set gerne gehen lassen möchte. Musikalisch sollte es sein, aber ohne dabei den Drive für den Club zu verlieren und damit die Leute fünf Stunden am Tanzen zu halten. Dafür war eine gewisse Songauswahl im Vornherein wichtig. Ich denke, das Set ist mir ganz gut gelungen. Es war eine sehr stimmungsvolle Nacht. Danke noch mal an alle an dieser Stelle!

Was steht in den kommenden Wochen und Monaten für dich an? Sind neue Veröffentlichungen geplant oder planst du weitere Marathon-Sets?

Marathon-Sets wird es bestimmt hier und da wieder geben, nur sind noch keine Weiteren geplant. Release-technisch war es ja jetzt einige Zeit ein bisschen ruhiger um mich. Das lag wohl auch daran, dass ich mir für meine Produktionen nun noch mehr Zeit gelassen habe als zuvor. Nun ist es aber bald wieder soweit: Am 19. Mai 2014 kommt meine neue Poker Flat-EP mit dem Namen „Materium“. Danach folgen direkt eine EP auf Last Night On Earth, eine weitere auf meinem eigenen Label AEON, sowie meine erste EP auf Watergate Records im Oktober. Außerdem erscheinen dieses Jahr noch Remixe auf Soulfooled und Compost Black Label. Wer genau hinhört, wird den einen oder anderen Track von den oben genannten in diesem Set hören!

 


Stream: Alex NiggemannFive-hour Set @ Watergate (29.03.14)