Das schottische Duo Optimo gehört zur selten gewordenen Spezies von Vinylfreaks, die im DJ mehr als einen alkoholbegleitenden Feierabenddienstleister sehen. In ihrer langjährigen Sonntags-Residency im Glasgower Sub Club haben sie einen konfrontativen, mitunter anstrengenden, aber immer exquisiten Sound kultiviert, der um House kreist, aber definitiv keine denkbare Abschweifung auslässt. Es gibt wohl kein Genre, das nicht in ihre Sets passen würde. Ihr jüngster Mix ist da keine Ausnahme: Dark Was The Night führt von der LoFi-Ikone Grouper über Terrence Dixons Outsider-House zum Bimmeltechno-Darling Recondite, streift Dubstep um nach einem scharfen Schnitt bei Industrial und Vintage-Postpunk zu landen. Wo sonst die energieeffektive Techno-Abfahrt regiert, verfeinern Optimo eine schartige Melancholie, die in all ihrer Düsternis doch im richtigen Moment zupackt. Einziges Manko dieses ausufernden Trips ist die Laufzeit. Nicht jeder der einundzwanzig Tracks kann in drei Minuten seine volle Wirkung entfalten. Angesichts der Fülle an verblüffenden Wendungen und den Entdeckungen, die dieser Mix so üppig offeriert, ist das allerdings leicht verschmerzbar.