Der längste Tresen im Plattenladenbusiness Londons feiert eine Dekade Bestand: Ende 2003 wurde Phonica als Qualitätshandlung für vorwiegend elektronische Feinkost gegründet. STL, Moire, John Morales, Juju & Jordash, DJ Kaos, Henrik Schwarz, Legowelt… die Liste der Gratulanten ist drei CDs oder LPs lang und prominent besetzt. Auf den ersten beiden Scheiben sind unveröffentlichte Tracks zu hören, die dritte ist als Rückblick auf die fünf vergangenen Jahre des eigenen Phonica-Labels gedacht, welches wie der hauseigene Vertrieb über die Jahre hinzu kam. „Body & Soul“-Legende Joe Claussell startet die 33 Tracks umfassende Compilation mit dem wehmütig zurückblickenden „Them Days Are Gone“, welches wohlbekannte Percussionelemente mit modernem Punch verbindet. Als oft gebuchter Gast der Phonica-Partys steuert Henrik Schwarz sein weit ausholendes Werk „Synthphonica“ bei, bei dem eine standhafte Kickdrum nach und nach verrauchte Synthriffs passieren lässt und nur vom Basslauf unaufhörlich bedrängt wird. Später kämmt Trevor Jackson in „RGBPM 3“ 8Bit über ein schmerzhaft verzerrtes Drumgerüst, während Roman Flügel seinen „Giant Talking Vegetables“ genau zugehört und die blubbernde Konversation für uns aufgezeichnet hat. Die zweite CD schaltet nur etwas runter, Anspieltipps sind definitiv Juju & Jordashs schleichende Eindringlichkeit „Quneitre“ und Legowelts luzide Fantasie „Lovecraftiannature“. Auf der hauseigenen CD darf natürlich der fantastische „Deflowered“-Remix von Kassem Mosse & Mix Mup nicht fehlen – der originale Track von Special Request ist übrigens immer noch nicht veröffentlicht! Die Macher von Phonica zeigen mit ihrer ausschweifenden Geburtstags-Compilation ihre Vorlieben für sehr melodischen, organischen und spielerischen House. Gut gemacht. Und alles Gute für die nächsten zehn Jahre!

 


Stream: Ten Years Of PhonicaCompilation Mix by Soho

  • moritz

    Erstaunlich , wieviel gute Musik man auf drei cds unterbringt . Kein verlegenes Zusammenkratzen von tracks , um die cds zu füllen . Nein, alles top stücke , allein
    Lo Shea s „Home“ ist Gold wert .Beste Compilation 2014.