Es zeugt von einer Vision, wenn man den Mut hat, nicht nur konsequent seinen Weg zu gehen, sondern mit vergangenen Entscheidungen zu brechen, ohne das persönliche Ziel aus den Augen zu verlieren. „Wer gründet denn heutzutage noch ein Vinyllabel, dachten wir uns und haben, statt Hidden Hawaii neu aufzulegen, ein Digitallabel gestartet“, sagte Felix K der Groove noch im Frühjahr 2013. Die Re-Fokussierung auf Vinyl ist richtig, die Beendigung der digitalen Plattform auch, doch schade. Volume Two, die Compilation, legt Zeugnis über fünf spannende, digitale Jahre ab, in denen sich Hidden Hawaii nicht nur als Label etabliert hat, mit Flowers Of Destruction kam auch eines der LP-Highlights des vergangenen Jahres von den Berlinern. Zehn wunderbare Stücke von Dub-infizierten Jungle-Exkursionen über Drum- und Breakbeats bis hin zu atmosphärisch minimalem Drum’n’Bass finden nun den Weg auf drei physische Tonträger. Und wieder einmal wird offensichtlich, über was für einen wundervollen Katalog Hidden Hawaii verfügt. Ob das ambiente Träumen/Ausflippen von Double O, das reduzierte Flair eines Muted oder die kongenialen Synthie-Spiralen von T.Kodama – Volume Two ist, mit einem Wort, grandios. Und während wir uns an diesen schwebenden Klängen erfreuen, warten wir sehnsüchtig auf neues Material von CJ Weaver, denn sein Track „Alone“ ist nicht von dieser Welt. Auf ins Vinyl-only-Zeitalter mit Hidden Hawaii, die Hoffnung stirbt zuletzt.