Der Titel Desolat X-Sampler ist irreführend. Hier wird nichts gesamplet, alle zwölf Tracks erscheinen zum ersten Mal. Desolat lebt von der Chemie der beiden Labelmacher: Bei Loco Dice steht das Auflegen an erster Stelle, bei Martin Buttrich das Produzieren. Diese beiden Perspektiven auf die Musik befruchten sich gegenseitig: Dice scheint über die Beats zu wachen, Buttrich über die Produktion. House ist fließende, nach vorne strebende, horizontale Musik. Loco Dice injiziert die nickende, hüpfende Vertikalität von HipHop in die DNA des House Sounds. Buttrich übersetzt diesen Ansatz ins Klangliche, indem er auf einen vordergründigen, flashigen Glamour verzichtet und matte Klangoberflächen sucht, die nichts Ablenkendes, Irritierendes haben. Shlomi Aber setzt diesen auf der Stelle tretenden, aber nicht statischen Sound mit einer irisierenden Bassline um, die auf die Crowd wie die Flöte eines Schlangenbeschwörers auf einen Korb voller Nattern wirkt. Argy arbeitet mit entrücktem, auf faszinierende Weise zerfließendem Stimmengewirr, Eddie Fowlkes entwirft einen zittrigen, brüchigen Funk. Robert Dietz verlagert das Gewicht zwischen Bass- und Snaredrum hin und her wie ein Tai-Chi-Künstler zwischen seinen Beinen.

 


Stream: DIVERSEDesolat X-Sampler